Konjunktur-Bericht aus Japan
Tankan-Bericht heizt Zinsspekulationen in Japan an

Das Vertrauen in die japanische Wirtschaft ist in den drei Monaten bis Juni leicht gewachsen. Vor allem aber ein starker Ausblick nährte an den Finanzmärkten am Montag die Vermutung, die japanische Notenbank könnte schon bald an der Zinsschraube drehen und die Geldpolitik straffen.

HB TOKIO. Es wäre die erste Zinsanhebung seit sechs Jahren. Der Yen legte nach den Zahlen sowohl zum Euro als auch zum Dollar zu.

Der Diffusionsindex für die Stimmung von Großunternehmen des Verarbeitenden Gewerbes stieg im zweiten Quartal auf 21 nach 20 Punkten im März, wie zu Wochenbeginn aus dem Konjunkturbericht (Tankan) der Notenbank hervorging. Der Markt hatte mit einem Anstieg auf 22 Stellen gerechnet. Für September wurde ein Stand bei 22 Punkten prognostiziert.

Der Diffusionsindex bildet den Saldo von Einschätzungen eines günstigen und eines ungünstigen Geschäftsumfeldes ab. Bei Werten über Null hat sich die Mehrzahl der befragten Firmen zuversichtlich gezeigt. Die Zahlen dazu seien keine Überraschung gewesen, sagte Stratege Tetsuro Sawano von Mitsubishi UFJ Securities nun nach der Vorlage der Daten.

Viel interessanter seien dieses Mal die Angaben der Firmen zu den geplanten Investitionen: Großunternehmen hatten angegeben, ihre Kapitalausgaben bis zum Ende des Geschäftsjahres im März voraussichtlich um 11,6 Prozent zu erhöhen; Analysten hatten hier im Schnitt mit lediglich 8,8 Prozent mehr gerechnet. Auch die Notenbank werde diese Angaben als stark einstufen, fügte Sawano hinzu. „Das sollte sie eigentlich nur darin bestärken, die Zinsen anzuheben.“ Die Währungshüter kommen am 13. und 14. Juli zusammen.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Tankan-Berichts stieg der Yen auf ein Drei-Wochen-Hoch zum Dollar und kostete 114,15. Zum Euro lag er bei 145,95 und damit weit entfernt von jenem Tiefstand von 146,65, den er noch in der vergangenen Woche markiert hatte.

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