Konjunktur
Bernanke gibt Aktienmärkten Auftrieb

Die US-Wirtschaft könnte sich nach den Worten von Notenbankchef Ben Bernanke zum Ende des Jahres erholen, falls die Konjunkturmaßnahmen greifen. Falls nicht, drohe eine längere Rezession, deren Überwindung Jahre dauern dürfte. Die Aktienmärkte reagierten prompt: Nach der Talfahrt zu Wochenbeginn drehte die Wall Street ins Plus. Und auch der Deutsche Aktienindex reagierte positiv.

HB WASHINGTON. „Um die Abwärtsspirale zu brechen, ist es entscheidend, dass wir weiterhin Konjunkturimpulse mit starken Regierungshandeln kombinieren“, forderte Bernanke in seinem halbjährlichen Bericht vor dem Bankenausschuss des US-Senats am Dienstag. Allerdings gebe es weiterhin erhebliche Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Krise. Insgesamt werde die US-Wirtschaft im laufenden Jahr deutlich schrumpfen.

Zugleich erhielten Hoffnungen auf eine rasche Überwindung der Rezession in den USA am Dienstag einen erheblichen Dämpfer: Das Vertrauen der US-Verbraucher fiel im Februar auf ein neues Rekordtief. Wie das private Forschungsinstitut Conference Board in New York mitteilte, ging der entsprechende Index auf 25,0 Punkte zurück. Dies sei der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebungen vor 41 Jahren. Noch Ende Januar lag der Index bei 37,4 Punkten.

Die Börsen ließen sich von derlei Negativ-Nachrichten wenig schrecken. Nach der Talfahrt an zu Wochenbeginn dreht die Wall Street am Dienstag ins Plus und zog auch den Deutschen Aktienindex (Dax) mit. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer begrenzte seine Verluste und schloss mit einem Minus von 1,03 Prozent bei 3 895,75 Punkten. Der Dow Jones legte nach deutlichen Vortagsverlusten von 3,4 Prozent zu: Im frühen Handel stieg das Börsenbarometer um 1 Prozent auf 7 189 Punkte.

Bernanke machte allerdings eindringlich deutlich, dass eine Erholung der US-Wirtschaft nur dann möglich sei, wenn die Finanzmärkte beruhigt werden könnten. „Sollten es der Regierung, dem Kongress und der Notenbank gelingen, ein gewisses Maß an finanzieller Stabilität wiederherzustellen - und nur in diesem Fall - besteht eine vernünftige Aussicht auf ein Ende der gegenwärtigen Rezession im Jahr 2009.“ In einem solchen Fall könnte 2010 „zum Jahr der Erholung“ werden.

Insgesamt geht Bernanke allerdings von einem weiteren Schrumpfen der US-Wirtschaft in diesem Jahr aus. Die Wirtschaftsleistung dürfte neuesten Schätzungen zufolge um 0,5 bis 1,25 Prozent zurückgehen. Auch die Arbeitslosigkeit in den USA wird sich nach den Worten Bernankes weiter erhöhen. Sie dürfte bis zum Ende des Jahres von derzeit 7,6 Prozent auf 8,5 bis 8,75 ansteigen. Dagegen dürfte der Inflationsdruck weiter deutlich sinken.

Allerdings äußerte Bernanke auch erhebliche Skepsis über die Chancen zur Krisenüberwindung: „Die wirtschaftlichen Aussichten sind durch erhebliche Unsicherheiten bestimmt. Und ich glaube, die Risiken für eine Verschlechterung sind vermutlich größer als die Chance auf eine Verbesserung.“ Erneut bekräftigte Bernanke die Bereitschaft der Zentralbank, „mit allen verfügbaren Mitteln“ die Wirtschaft anzukurbeln und das Funktionieren der Finanzmärkte zu verbessern.

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