Konjunktur
Bundesbank-Chef für weitere Leitzinssenkungen

Bundesbank-Chef Axel Weber ist angesichts der Rezession zu weiteren Zinssenkungen bereit. Die Europäische Zentralbank habe noch „etwas Spielraum, den wir nutzen können“, sagte er. Weber sprach sich aber klar gegen eine Nullzinspolitik nach dem Vorbild Japans oder der USA aus.

HB FRANKFURT. Das Ende der Fahnenstange sei ein Leitzinssatz von einem Prozent, zitiert die Zeitung „Die Welt“ das Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB). „Ein Hauptrefinanzierungssatz in Höhe von einem Prozent ist für mich die Untergrenze.“ Die EZB entscheidet kommende Woche erneut über den Leitzins. Volkswirte rechnen nach entsprechenden Andeutungen mehrerer Top-Notenbanker mit einer Kappung um einen halben Prozentpunkt auf dann 1,5 Prozent aus. Niedriger lag der Leitzins noch nie seit Einführung des Euro im Jahr 1999.

Weber sprach sich klar gegen eine Nullzinspolitik nach dem Vorbild Japans oder der USA aus. Er will die Zinsen im Euro-Raum rasch wieder erhöhen, um bei einem Aufschwung nach dem Ende der Rezession gegen einen Teuerungsanstieg gerüstet zu sein. „Sobald die Krise vorbei ist, werden wir die Zinsen schnell wieder anheben müssen. Wir werden nicht zulassen, dass die jetzige Entwicklung zukünftig über Inflation zu Lasten der Preisstabilität und der Vermögen der Bürger geht.“

Weber wandte sich in dem Interview zudem gegen neue staatliche Konjunkturprogramme. Hier habe Deutschland seinen Spielraum „ausgeschöpft“, da das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr mit vier Prozent über den EU-Stabilitätskriterien liegen werde. Weber will den Bürgern in der Krise auch keine weiteren Geschenke machen. „Jede Steuersenkung muss gegenfinanziert sein. Diesbezüglich sehe ich derzeit keine Vorschläge. Neue kreditfinanzierte Steuersenkungen halte ich für falsch.“

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