Konjunktur
China: Crash oder weiche Landung?

China boomt nahe am Siedepunkt. Gelingt eine kontrollierte Abkühlung oder droht eine ökonomische Kernschmelze? Schafft das Land es, seine größten Probleme, die Sanierung der Staatsbetriebe und der Banken, zu lösen, die Arbeitslosenzahl im Zaum zu halten und eine soziale Grundsicherung einzuführen?

Chinas neuester Volksheld heißt Liu Xiang, hat ein gewinnendes Lachen und sehr schnelle Beine. Als erster Chinese holte er bei Olympia Gold in einer Sprintdisziplin: Die 110 Meter Hürden lief Liu in Athen gleich in Weltrekordzeit – und versetzte die sieggewohnten Athleten aus den USA in ungläubiges Staunen.

32-mal erklang in Athen das „Steht auf!“ der chinesischen Nationalhymne – nur dreimal weniger als das Lied vom Sternenbanner. In vier Jahren, wenn die Sportwelt in Peking zu Gast ist, will das Reich der Mitte ganz oben stehen. Und was das Land im Sport schon fast erreicht hat, soll in nicht allzu ferner Zukunft auch in der Wirtschaft Wirklichkeit werden. Chinas Wirtschaft wächst und wächst in einem geradezu Schwindel erregenden Tempo. Selbst den hartgesottenen Chinesen wird dabei inzwischen schon etwas mulmig.

Seit Anfang des Jahres versucht Premierminister Wen Jiabao, die Konjunktur abzukühlen und das Wachstum (9,1 Prozent im Jahr 2003) auf sieben Prozent zu drücken. Doch statt nachzulassen, beschleunigte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im ersten Halbjahr dieses Jahres noch auf 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dem Wirtschaftsboom zogen auch die Preise kräftig an. Im Juli und August lagen die Verbraucherpreise um 5,3 Prozent über dem Vorjahresniveau – die höchste Steigerungsrate seit sieben Jahren. Im Durchschnitt dieses Jahres dürften sich die Kosten der Lebenshaltung um fünf Prozent erhöhen – zwei Drittel mehr als Wens Zielvorgabe vorsieht. Vor allem Lebensmittel, Mieten und Energie treiben die Preise. Einen Rückgang der Teuerung erwartet die Zentralbank des Landes, die People’s Bank of China, frühestens für das vierte Quartal 2004.

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