Konjunktur
Chinas Wirtschaft wächst stärker

Die Weltbank hat ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in China nach oben korrigiert. Angesichts eines 590-Milliarden-Dollar-Programms der Regierung werde die wirtschaftliche Produktion angekurbelt, teilte die Weltbank in Peking mit.

HB PEKING. Nach einem durch das Konjunkturprogramm der Regierung angekurbelten „beachtlichen“ Wachstum gehe man nun von einer Zunahme von 7,2 Prozent im laufenden Jahr aus, teilte die Weltbank am Donnerstag in Peking mit. Zuletzt hatte die Weltbank eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,5 Prozent erwartet. Die Regierung in Peking hält dagegen an ihrer 8-Prozent-Prognose für 2009 fest.

Das Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung mit einem Volumen von vier Billionen Yuan (420 Mrd Euro) sieht vor allem staatliche Investitionen in Infrastruktur-Projekte vor. Außerdem habe die Kreditvergabe der Banken und die Inlandsnachfrage zugenommen, so die Weltbank in ihrem Report. Aber „sehr schwache Exporte sind nach wie vor die größte Wachstumbremse“.

Im ersten Quartal 2009 war Chinas Wirtschaft so langsam wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr gewachsen. Das Plus lag nach Angaben des Statistikamtes noch bei 6,1 Prozent und damit um 4,5 Prozentpunkte niedriger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 gab es einen Rückgang um 0,7 Punkte.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, Regierungschef Wen Jiabao habe seinem Kabinett am Mittwoch mitgeteilt, dass sich die chinesische Wirtschaft zwar beständig erhole. Schleppende Exporte, ein steuerliches Defizit und Handelsprotektionismus trügen aber weiter zur Unsicherheit bei.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Peking selbst seine lokalen Regierungen angewiesen hat, bei Käufen nationale Produkte und Dienstleistungen soweit wie möglich zu bevorzugen. Damit reagierte die kommunistische Regierung auf inländische Beschwerden über eine ungerechte Verteilung von Aufträgen beim chinesischen Konjunkturpaket zugunsten ausländischer Firmen. Deutsche Wirtschaftsexperten zeigten sich besorgt. Die Europäische Kommission wollte von den Chinesen eine Erklärung zur sogenannten „Buy-Chinese“-Klausel verlangen.

Zwar dürfte die Wirtschaft in China nach Annahme der Weltbank auch im kommenden Jahr beträchtliche Zuwachsraten aufweisen, dennoch könne man noch nicht von einer „robusten und anhaltenden Erholung sprechen“, sagte der China-Experte der Weltbank, Ardo Hansson. Zudem gebe es Grenzen, „wie weit und wie lange Chinas Wachstum auf Grundlage der staatlich gelenkten Ausgaben vom weltweiten Wachstum abweichen kann“.

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