Einkaufsmanagerindex: Deutsche Industrie mit leichtem Aufwärtstrend

Einkaufsmanagerindex
Deutsche Industrie mit leichtem Aufwärtstrend

Frankreich dämpft die Erholung der Industrie in der Euro-Zone, die deutsche Industrie hingegen kann zumindest leicht an Schwung gewinnen. Die Aussichten sind jedoch nicht schlecht – auch dank des schwachen Euro.
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BerlinDie deutsche Industrie hat im Februar ein klein wenig an Schwung gewonnen. Der Einkaufsmanagerindex legte um 0,2 auf 51,1 Punkte zu, wie das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte.

„Damit blieb er jedoch unter seinem langjährigen Mittel von 51,9 und signalisierte nur eine leichte und insgesamt unterdurchschnittliche Wachstumsbeschleunigung“, erklärten die Experten zu dem Zuwachs. Die Aussichten sind jedoch nicht schlecht, wie die Aufträge zeigen: Sie legten so deutlich zu wie seit sieben Monaten nicht mehr, was vor allem an den steigenden Bestellungen aus dem Ausland lag.

Markit-Ökonom Oliver Kolodseike führt dies zum einen auf den schwachen Euro zurück, durch den die deutschen Unternehmen ihre Waren in Übersee billiger anbieten können. Zum anderen stellte der Experte eine steigende Nachfrage aus Asien und den USA fest.

„Niedrige Ölpreise haben derweil die Einkaufspreise weiter fallen lassen, wobei die Kosten so rasant zurückgingen wie selten seit 2009“, sagte Kolodseike. „Außerdem verringerten die Hersteller ihre Verkaufspreise erneut.“ Die Unternehmen stellten auch mehr Mitarbeiter ein.

In der Euro-Zone kommt die Industrie dagegen wegen der Schwäche in Frankreich nicht vom Fleck. Der Einkaufsmanagerindex verharrte hier im Februar bei 51,0 Punkten, so das Ergebnis der Markit-Umfrage unter Tausenden Unternehmen. Das Barometer hielt sich damit aber über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

„Doch lassen sich in den einzelnen Ländern deutlich unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten beobachten – vom keltischen Eilmarsch bis hin zum gallischen Trott“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. So blieb der Einkaufsmanagerindex in Frankreich mit 47,6 Zählern deutlich unter der Wachstumsschwelle.

„Frankreich bereitet nicht nur deshalb die größten Sorgen, weil es den anderen Ländern hinterherhinkt, sondern weil es auch als einziges Land einen verstärkten Rückgang verzeichnet hat“, betonte Williamson. Auch in Griechenland und Österreich schrumpfte die Industrie.

Aufwärts geht es vor allem in Irland: Dort erreichte das Barometer mit 57,5 Zählern den besten Wert seit 15 Jahren. Mit Spanien verbesserte sich noch ein anderes Krisenland spürbar. „Deutschland, die Niederlande und Italien können hingegen nur mittelmäßige Zuwächse vorweisen“, sagte Williamson.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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