GfK-Konsumklimaindex

Inflation und Ölpreis drücken auf Verbraucherstimmung

Wird das eigene Einkommen steigen? Die Deutschen sind in diesem Punkt weniger optimistisch. Daher erhält auch die Konsumlaune der Verbraucher einen leichten Dämpfer. Die Bereitschaft zu teuren Anschaffungen sinkt.
Das GfK-Barometer für das Konsumklima in Deutschland ist im Oktober gesunken. Quelle: dpa
Konsumlaune getrübt

Das GfK-Barometer für das Konsumklima in Deutschland ist im Oktober gesunken.

(Foto: dpa)

BerlinHöhere Ölpreise und die leicht gestiegene Inflationsrate drücken weiter auf die Stimmung der deutschen Verbraucher. Viele Bundesbürger rechneten in nächster Zeit mit einem geringeren Einkommen und zögerten deshalb stärker als in den Vormonaten mit größeren Anschaffungen, teilte das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK am Mittwoch mit.

„Die Stimmung der Verbraucher hat sich im Oktober uneinheitlich entwickelt“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Die Werte, die speziell die Verbraucher betreffen, haben sich etwas verschlechtert.“

Insgesamt fällt der Konsumklimaindex der GfK um 0,3 auf 9,7 Punkte - und liegt zum ersten Mal seit Juni unter der Marke von zehn Punkten. Die Konjunkturerwartung legte aber gleichzeitig kräftig zu - um 6,8 auf nun 13 Punkte.

Die GfK begründet diese Entwicklung mit der höheren Wachstumserwartung der Bundesregierung sowie dem stabilen Arbeitsmarkt. Dagegen spielt der Brexit bei der Stimmung der Verbraucher keine so große Rolle mehr. Die Angst vor Terrorangriffen schwinge unterdessen noch ein wenig mit.

Auch wenn der Index damit zum zweiten Mal in Folge zurückgeht, sei die Kauflaune etwa im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren immer noch sehr gut, betonte die GfK. „Das Niveau des Konsumklimas ist immer noch sehr zufriedenstellend“, sagte Bürkl. „Der Konsum wird einen ganz wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten.“ Von einer Trendwende könne man erst sprechen, wenn die Verbraucherstimmung drei Monate in Folge - also auch im November - zurückgehen sollte.

Was im September teurer und was billiger wurde
Preissteigerung
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FIm September 2016 lagen die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent höher als im September 2015. Die Inflationsrate liegt damit auf ihrem höchsten Wert seit Mai 2015. Im Vergleich zum August 2016 steigt der Verbraucherpreisindex um 0,1 Prozent und bestätigt damit die vorläufigen Gesamtergebnisse, die das Statistische Bundesamt am 29. September 2016 herausgegeben hatte Für europäische Zwecke wird zudem der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) berechnet. Dieser lag im September 2016 um 0,5 Prozent über dem Wert im Vorjahr. Im Vergleich zum Vormonat August 2016 veränderte sich der Index nicht.

Energiepreise sinken
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Die Energiepreise gingen im September 2016, im Vergleich zum Vorjahr, um 3,6 Prozent zurück. Damit schwächt sich der Rückgang der Energiepreise im Vergleich zu den Vormonaten etwas ab, im Juli 2016 wurde noch ein Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Kraftstoffe und Haushaltsenergie waren im September 2016 um 3,5 beziehungsweise 3,7 Prozent günstiger als im Vorjahr. Am stärksten vergünstigte sich mit einem Rückgang von 12,5 Prozent leichtes Heizöl. Die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme gingen um 8,1 Prozent zurück, Gas vergünstigte sich um 3,2 Prozent und feste Brennstoffe um 0,8 Prozent. Lediglich beim Strom ist eine Verteuerung von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen.

Nahrungsmittel waren teurer
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Die Preise für Nahrungsmittel haben sich im September 2016 im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuert. Zwar lag die Preiserhöhung für Nahrungsmittel insgesamt bei nur 0,4 Prozent, einzelne Nahrungsmittel wurden jedoch deutlich teurer. So lagen die Preise für Speiseöle um 6,5 Prozent höher, die für Butter um zwölf Prozent und Olivenöl verteuerte sich um 9,4 Prozent. Obst verteuerte sich um 3,5 Prozent, Fisch um 3,1 Prozent. Lediglich Molkereiprodukte wurden günstiger, insgesamt war ein Rückgang um sechs Prozent zu verzeichnen. Quark wurde sogar um 17,8 Prozent günstiger, H-Milch um 11,7 Prozent und Schnittkäse um 6,9 Prozent.

Tabakwaren teurer
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Die Warenpreise sanken im September 2016 insgesamt um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Tabakwaren wurden um 3,3 Prozent teurer, Schmuck und Uhren stiegen im Preis um 2,9 Prozent. Zeitungen und Zeitschriften verteuerten sich um 3,9 Prozent. Vergünstigt haben sich hingegen Bekleidungsartikel um 1,0 Prozent, Geräte der Unterhaltungselektronik vergünstigten sich um 2,9 Prozent.

Dienstleistungen verteuern sich
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Bei den Dienstleistungen ist eine Preiserhöhung um insgesamt 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erkennbar. Die Erhöhung der Nettokaltmieten um 1,3 Prozent trägt maßgeblich dazu bei, da private Haushalte etwa ein Fünftel ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Dienstleistungen sozialer Einrichtungen verteuerten sich sogar um 4,2 Prozent, Versicherungsdienstleistungen um 3,2 Prozent und Freizeit- und Kulturdienstleistungen um 2 Prozent. Nur wenige Dienstleistungsbereiche, wie die Telekommunikationsdienstleistungen vergünstigten sich um 1,5 Prozent.

Verteuerung im Vergleich zum Vormonat
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Betrachtet man die Zahlen im Vergleich zum Vormonat August 2016, ergeben sich in einigen Bereichen deutliche Verteuerungen. So kosteten Schuhe und Schuhzubehör im Vormonatsvergleich 7,5 Prozent mehr, Bekleidungsartikel verteuerten sich um 6,6 Prozent. Dies liegt vor allem in der Umstellung auf die Herbst- und Winterkollektion begründet. Außerdem ist eine Preissteigerung in den Bereichen Energie um 0,7 Prozent, Kraftstoffe um 1,5 Prozent und Heizöl um 2,6 Prozent zu verzeichnen. Die Nahrungsmittelpreise stiegen nur leicht um 0,1 Prozent.

Günstigere Pauschalreisen
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Mit dem Ende der Ferien fallen auch die Preise der Pauschalreisen wieder. Insgesamt gingen die Preise um zwölf Prozent zurück, Reisen ins Inland vergünstigten sich um 6,3 Prozent, Reisen ins Ausland um 12,4 Prozent. Preise für Flugtickets sanken im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent.

Kräftig erholt hat sich derweil die Sparneigung - allerdings ohne dabei in berauschende Höhen zu gelangen. „Die Sparneigung zeigt vom Trend her nach oben, ist aber nach wie vor im Keller“, sagte Bürkl. „Das Sparen ist als Alternative zum Konsum noch nicht sehr attraktiv.“

Um das anstehende Weihnachtsgeschäft machen sich die GfK-Experten keine allzu großen Sorgen - auch wenn mit Spannung auf die November-Zahlen geschaut werde. „Ich gehe davon aus, dass das Konsumklima stabil bleiben wird und das Weihnachtsgeschäft Chancen hat, gut zu werden“, sagte Bürkl.

  • dpa
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