Weniger Insolvenzen
Zahl der Firmenpleiten sinkt weiter

Hohe Kaufkraft, geringe Arbeitslosigkeit, billiges Zentralbankgeld: Die wirtschaftlichen Bedingungen für deutsche Firmen sind derzeit gut. Immer weniger Unternehmen melden Insolvenz an. Große Ausnahme: das Baugewerbe.

FrankfurtIn Deutschland geht die Zahl der Firmenpleiten dank der starken Konjunktur weiter zurück. Insgesamt habe es in diesem Jahr 23.230 (2014: 24.030) Unternehmensinsolvenzen gegeben, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag in Frankfurt mit. Das sei der niedrigste Stand seit der Einführung der Insolvenzordnung 1999. Gründe seien die Rekordbeschäftigung, die zu einer starken Kaufkraft der Deutschen führe, sowie die Tatsache, dass viele Unternehmen dank der Niedrigzinsen leicht an billiges Geld kämen.

Allerdings verlangsamt sich der Rückgang der Insolvenzzahlen zusehends – und in einzelnen Branchen geht der Trend den Angaben zufolge sogar wieder nach oben, etwa im Verarbeitenden Gewerbe oder dem Bau. Eine der größten Pleiten legte 2015 der Baudienstleister Imtech Deutschland mit gut 3.500 Mitarbeitern hin. Generell sind aber nach wie vor eher sehr kleine Firmen betroffen.

Eine Entspannung macht Creditreform auch bei den privaten Verbraucherinsolvenzen aus: Hier sank die Zahl im bisherigen Jahresverlauf nochmals deutlich um 8,6 Prozent auf 79.030 Fälle – ein Zehnjahrestief. „Die Gesamtzahl ist rückläufig, aber die Zahl jüngerer und älterer Menschen nimmt tendenziell zu“, zog Experte Helmut Rödl Bilanz. Nicht alle Betroffenen legten ihre finanziellen Nöte offen und suchten Hilfe. Nach Rödls Schätzungen leben hierzulande fast sieben Millionen überschuldete Erwachsene. Der jüngste Flüchtlingsstrom, der viele Menschen ohne Hab und Gut nach Deutschland spüle, sei hier noch gar nicht eingerechnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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