China-Prognose
Goldman-Chefvolkswirt sieht keinen Grund zur Panik

„Alles unter Kontrolle“: Der Goldman-Chefvolkswirt für China, Song Yu, sorgt sich nicht um das Wachstum im Reich der Mitte. Zwar werde sich die Dynamik verlangsamen. Doch der Notenbank, so Yu, „wird etwas einfallen“.

PekingDas chinesische Wachstum stehe in diesem Quartal vor einer Verlangsamung, und der Weg voraus sei steinig. Doch das sei kein Grund zur Panik, sagt der genaueste Prognostiker der chinesischen Wirtschaft.

Das Wachstum werde sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 6,7 Prozent verlangsamen, erklärt Song Yu, Chefvolkswirt für China bei Goldman Sachs Gao Hua Securities Co., der in den letzten beiden Jahren laut Bloomberg Rankings insgesamt die treffsichersten Prognosen für die chinesische Wirtschaft abgegeben hat. Finanzdienstleister trügen weniger zur Expansion bei als im Vorjahr, und die Maßnahmen der Regierung zur Wachstumsunterstützung hätten sich gegenüber dem vierten Quartal 2015 abgeschwächt, so Song.

Zwar werde das Wachstum 2016 auf 6,4 Prozent zurückgehen, und Löhne, Beschäftigung und Konsum würden leiden, dennoch sei er nicht pessimistisch in Bezug auf die Konjunkturaussichten, sagt der Ökonom. Katastrophenszenarien eines bevorstehenden Zusammenbruchs erteilt er eine Absage. „Manche behaupten, die ganze Maschine funktioniere nicht“, erklärt Song. „Das sehen wir anders. Insgesamt geht die Reise in die richtige Richtung und ist weitgehend unter Kontrolle.“

Eine informierte Person berichtet, die chinesische Zentralbank habe am Donnerstag den mittelfristigen Zins für Banken gesenkt. Zudem habe die zentrale Planungsagentur des Landes mehr Geld für Infrastrukturprojekte bereitgestellt.

Daten vom Donnerstag zeigen den Spielraum für Lockerungen, da die Deflation im produzierenden Gewerbe im Januar den 47. Monat in Folge andauert. Die Verbraucherinflation dagegen beschleunigte sich, nicht zuletzt wegen der vor den Feiertagen zum chinesischen Neujahrsfest gestiegenen Nahrungsmittelpreise.

Zahlen vom Montag unterstreichen die Herausforderungen, vor denen die weltgrößte Handelsnation steht. Die Importe gingen im Januar gemessen in Dollar um 18,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, die Exporte verringerten sich um 11,2 Prozent.

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„Trifft China auf Probleme, kann es einige Fesseln lösen“

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