IWF
Griechenland kann die Weltwirtschaft nicht schocken

Kein Grund zur Sorge – jedenfalls nicht wegen Griechenland: Nach Einschätzung des IWF belastet die Schuldenkrise in Hellas das Wachstum der Weltwirtschaft nur kaum. Eher bremse der strenge Winter in den USA.
  • 2

Berlin/WashingtonFür den IWF sind die Turbulenzen um Griechenland und Chinas Börsen trotz erheblicher Auswirkungen in den beiden Ländern momentan keine gravierende Gefahr für die Weltwirtschaft. „Insgesamt haben diese Entwicklungen das große Bild auf die globalen Wirtschaftsaussichten nicht verändert“, heißt es in der aktualisierten Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Donnerstag. Der schwäche Ausblick für 2015 gehe vor allem auf die USA zurück, wo der ungewöhnlich strenge Winter viele Unternehmen ausbremste.

Der IWF schätzt, dass die globale Wirtschaft in diesem Jahr um 3,3 Prozent zulegt, 0,2 Punkte weniger als in der April-Prognose. Im kommenden Jahr wird dann mit 3,8 Prozent gerechnet. Für die beiden Schwergewichte Deutschland und China bleibt der Fonds bei seinen bisherigen Prognosen, für die Euro-Zone ist er im kommenden Jahr etwas zuversichtlicher: Das Wachstum in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung betrage 1,5 Prozent, im kommenden Jahr 1,7 Prozent. Nach einem Plus von lediglich 0,8 Prozent im vergangenen Jahr sei die Erholung damit weiter „auf Kurs“. Deutschland wird 2015 eine Steigerungsrate von 1,6 Prozent zugetraut, 2016 dann von 1,7 Prozent.

In Griechenland könnte die Krise allerdings „viel schlimmere Auswirkungen“ haben als bisher angenommen, heißt es in dem Bericht. Bislang habe die Entwicklung in dem pleitebedrohten Euro-Land noch zu keinen „wesentlichen Ansteckungen“ geführt. Zugleich mahnt der IWF „rechtzeitiges politisches Handeln“ an, um dies zu verhindern.

Die USA als weltgrößte Volkswirtschaft werden laut IWF wegen des wetterbedingten Einbruchs im ersten Quartal in diesem Jahr mit 2,5 Prozent deutlich weniger stark wachsen als bisher geschätzt. Im nächsten Jahr dürften es aber 3,0 Prozent werden.

Die Schwellenländer dürften 2015 und 2016 mit deutlich über vier Prozent doppelt so stark wachsen wie die Industriestaaten. Für China rechnet der IWF weiterhin mit Steigerungen von 6,8 Prozent in diesem und 6,3 Prozent im kommenden Jahr - deutlich weniger als in der Vergangenheit.

Den Schwellenländern drohen unterdessen von zwei Seiten Gefahren. China will seine Volkswirtschaft auf ein breiteres Fundament stellen und den Konsum stärken, was allerdings der kommunistischen Führung in Peking Probleme bereitet. Zum anderen könnte eine weitere Dollar-Aufwertung, etwa als Folge eines Zinsanstiegs in den USA, Dollar-Schuldnern in den aufstrebenden Ländern in Asien und Südamerika einen Schlag versetzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " IWF: Griechenland kann die Weltwirtschaft nicht schocken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • redet euch nur ein, dass GR nix ausmacht. haha, warum beben dann die Börsen auf der Welt? der Gau ist lange bekannt, beginnt in ganz Asien, Europa geht nach oben, bevor es in den Keller geht. alle setzten auf Grexit, aber 1 Schuldenschnitt wird es wohl werden, obwohl die EZB mit dem neuen Urteil unbegrenzt umher retten kann. zusätzlich zur Asienkrise gesellt sich doch klammheimlich der Schuldenschnitt für die Ukraine, die laufend gebauchpinselt wird. nebenbei geht Spanien, Italien, Frankreich und co am Krückstoch, und spitzeln auch auf 1 Schuldenschnitt. das dürfte für den Gau reichen, gell?

  • Richtig, Griechenland ist bedeutungslos für die globale Wirtschaft, selbst für Europa und die Eurozone.

    Immerhin jedoch entfaltet es unter Tsipras ein ganz erhebliches Störpotential, was im Hinblick auf die Probleme des kaputten Euro durchaus hilfreich sein kann.

    Nun erst besinnen sich die Eurogruppenmitglieder insgesamt auf die strukturellen Schwächen dieser Gemeinschaftswährung, von der Schäuble heute auf einer EZB-Tagung sagte, sie könne eigentlich nicht gelingen, was zur Einführung jeder wußte.

    Angesichts dieser Erkenntnis - neu oder tatsächlich schon bekannt - ist in der Tat unverständlich, warum überhaupt noch ein Mitglied des stärkeren Teils der Gruppe sich zum ewigen Zahlmeister machen läßt - nicht nur für Griechenland.

    Wie Schäuble aaO ebenfalls sagte, führt eine solche Währungsunion jedes schwache Mitglied zwangsläufig in das bequeme Schmarotzertum, nämlich von den anderen gut leben zu können.
    Auch dies ist ein wesentlicher Grund für ein Scheitern der Union.

    So können wir den ex-Mitglied Griechenland nur dankbar sein, daß es uns andere zum wahren Ausgangs- und Problempunkt zurück geführt hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%