Konjunkturpaket und Mini-Zinsen
Japans Wirtschaft läuft besser als gedacht

Der Druck auf Japans Premier Shinzo Abe wächst: Die Nachfrage im Land ist schwach, die Sorge vor eine Rezession bremst Investitionen. Dennoch zeigt sich die Wirtschaft robuster als bislang von vielen Experten angenommen.

TokioJapans Wirtschaft ist im Frühjahr schneller gewachsen als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zog von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 0,7 Prozent an, wie am Donnerstag veröffentlichte endgültige Daten der Regierung zeigen. Zunächst war lediglich ein Plus beim BIP von 0,2 Prozent geschätzt worden. Dabei wurde ein stärkerer Rückgang der Investitionsausgaben angenommen. Wie sich nun herausstellte, fiel er jedoch nur minimal aus. Gleichwohl dürften eine schwache Nachfrage im In- und Ausland das Wachstum im laufenden Sommerquartal belasten. Der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe, der mit einem umfangreichen Konjunkturpaket einen Rückfall in eine Rezession verhindern will, dürfte somit anhalten. Und auch die Zentralbank sieht sich weiter unter Zugzwang, mit einer Lockerung der Geldpolitik gegenzusteuern.

Sie kommt am 21. September zu ihrer Zinssitzung zusammen und hat angekündigt, ihren Werkzeugkasten zu überprüfen. Zentralbankchef Haruhiko Kuroda will den weit geöffneten Geldhahn bei Bedarf noch weiter aufdrehen. Denn trotz der im Frühjahr besser als erwartet ausgefallenen Daten sind die Konjunkturaussichten eher mau: Sollte sich die Lage an den großen Absatzmärkten der japanischen Exporteure in Übersee nicht nachhaltig aufhellen, wird der Konjunkturmotor in dem Fernostland nach Ansicht von Experten dieses Jahr nicht mehr anspringen: „Die Wirtschaft dürfte in den Quartalen von Juli bis September und Oktober bis Dezember stagnieren“, prognostiziert Ökonom Takeshi Minami vom Forschungsinstitut Norinchukin.

Der starke Yen macht Produkte „Made in Japan“ im Ausland teurer. Im Juli hat dieser Effekt maßgeblich zu einem Einbruch der Ausfuhrzahlen beigetragen. Zudem fielen die Daten zur Industrieproduktion und den Verbraucherausgaben zuletzt schwach aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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