Mehr Importe
Wirtschaft in Euro-Ländern wächst weniger stark

Die Wirtschaft in der Euro-Zone wächst – allerdings langsamer als zuletzt. Vor allem Malta, Lettland, die Slowakei und Spanien trieben im dritten Quartal das Wachstum an. Doch hohe Importe nagen am Ergebnis.

Madrid/LuxemburgDas Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich auch im dritten Quartal dieses Jahres fortgesetzt. Vor allem der private Konsum und Regierungsausgaben stützten, während die Exporte unter einer Verlangsamung des weltweiten Handels litten.

Das Bruttoinlandsprodukt in den 19 Euro-Ländern zog in den drei Monaten bis Ende September um 0,3 Prozent an, verglichen mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent im Quartal davor, wie das Statistikamt der Europäischen Union in Luxemburg am Dienstag mitteilte. Die erste Prognose vom 13. November wurde damit bestätigt.

Erst vor weniger als einer Woche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) einen ihrer wichtigsten Zinssätze auf ein Rekordtief gesenkt und das laufende Bond-Kaufprogramm auf mindestens 1,5 Billionen Euro aufgestockt, um die Wirtschaft der Region wieder in Schwung zu bringen. Zudem soll die Inflation näher an das Ziel von zwei Prozent gebracht werden. Während die Ausgaben in der Region durch den niedrigen Ölpreis angekurbelt werden, leidet der Export unter einer Verlangsamung in den Schwellenmärkten.

„Die Erholung bleibt ins Jahr 2016 hinein stark vom Konsum angetrieben, wobei sich die externen Einflüsse im nächsten Jahr von neutral zu leicht positiv entwickeln sollten“, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank in London. „Wir sehen eine durch die Schwellenmärkte hervorgerufene Delle, aber das Risiko hat über die letzten zwei Monate nachgelassen.“

Die Investitionen der Unternehmen erbrachten keinen Wachstumsschub. Der Außenhandel belastete das Gesamtergebnis, weil die Einfuhren stärker stiegen als die Ausfuhren.

Die Staatsausgaben kletterten im dritten Quartal den Angaben aus Luxemburg zufolge um 0,6 Prozent, nach 0,3 Prozent den drei Monaten zuvor. Der Konsum der privaten Haushalte sei um 0,4 Prozent gewachsen, nachdem er im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen war. Die Exporte zogen um 0,2 Prozent an, wie Eurostat mitteilte, während die Importe um 0,9 Prozent wuchsen. Verglichen mit dem Vorjahr sei das BIP der Eurozone um 1,6 Prozent gestiegen.

Für das nächste Jahr hat die EZB ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent und für 2017 von 1,9 Prozent in Aussicht gestellt. Der Inflationsausblick für 2016 wurde von 1,1 Prozent auf ein Prozent gesenkt und für 2017 von 1,7 Prozent auf 1,6 Prozent.

Zwischen den Euro-Ländern gibt es deutliche Unterschiede beim Wachstum. Besonders stark legte die Wirtschaft in Malta, Lettland, der Slowakei und Spanien zu. Rückläufig war die Wirtschaftsleistung dagegen in Griechenland, Estland und Finnland. Das Wachstum in Deutschland entsprach mit 0,3 Prozent dem Durchschnitt des Währungsraums.

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