Konjunktur
Deutsche Importe brechen alle Rekorde

Vom deutschen Aufschwung profitieren auch die Handelspartner: Die Unternehmen haben im Oktober so viel im Ausland eingekauft wie nie zuvor. Insgesamt wurden Waren im Wert von 72,6 Milliarden Euro importiert, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist der höchste Wert seit Bestehen der Bundesrepublik.
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HB BERLIN. Der erst im Juni aufgestellte Rekord wurde um knapp eine halbe Milliarde Euro übertroffen. In den ersten zehn Monaten stiegen die Einfuhren damit um fast ein Fünftel auf 662 Milliarden Euro. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht durch das starke Wachstum den Vorwurf entkräftet, Deutschland setze zu stark auf den Export und vernachlässige auf Kosten der EU-Partner seinen Binnenmarkt.

"Die Daten belegen: Wir sorgen über höhere Investitionen und einen stärkeren privaten Konsum für Impulse in den anderen europäischen Ländern", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. "Wir sind die Konjunkturlokomotive Europas." Damit trage Deutschland seinen Teil zur Lösung der Schuldenkrise bei. "Wir stabilisieren die Wirtschaft in den Euro-Ländern", sagte Treier.

Nach Prognose des Außenhandelsverbandes BGA wachsen die deutschen Importe sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr schneller als die Exporte. 2011 werde Deutschland demnach Waren im Wert von 852 Milliarden Euro einführen. Damit würde der 2008 aufgestellte Importrekord um 46 Milliarden Euro übertroffen werden. Besonders Frankreich wirft Deutschland vor, Europa mit Exporten zu überschwemmen, gleichzeitig aber seinen Binnenmarkt zu vernachlässigen und den EU-Partnern zu wenig abzukaufen.

Die USA wollten die Handelsüberschüsse von Deutschland, China und anderen Exportnationen begrenzen, weil diese für die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft mitverantwortlich seien. Beim Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) konnten sich die Amerikaner damit aber nicht durchsetzen.

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  • Wie vernagelt muss man eigentlich sein, um die nach wie vor gigantischen Exportüberschüsse Deutschlands unerwähnt zu lassen.

    Wir verschenken unseren Wohlstand an das Ausland und dem Herrn Schreiberling fällt nichts besseres ein, als darauf auch noch stolz zu sein.

  • Drei Artikel weiter:
    "September-Zahlen: Deutschlands Exportumsatz nähert sich billionengrenze."

    Daß wir immer noch erheblich mehr exportieren, als importieren, ist dem "Schreiberling" wohl entgangen.

  • Wie engstirnig und von volkswirtschaftlichen Grundkenntnissen unbeleckt muß man als Journalist eigentlich sein, um diese Export-Jubel-Arie zu verzapfen? Es ist doch eine binsenweisheit, und sollte auch einem Schreiberling, der ansonsten anscheinend nur für die 'bäckerblume' schreibt, bekannt sein, dass unsere Export- und Handelsbilanzüberschüsse die Defizite der importierenden Länder sind. Länder, die wir seit Monaten dazu drängen, zu sparen, um ihre Haushaltsdefizite zu verkürzen. Noch fazu werden unsere Überschüsse mit denniedrigsten Lohnzuwächsen in ganz Europa erkauft. Merkt eigentlich in diesem Lande niemand mehr, wie schitzophren unsere Wirtschaftspolitik ist? Ach ja, richtig, die Quadratur des Kreises ist ja ein annerkanntes instrument der Wirtschaftspolitik, könnte man bei diesen Lobpreisungen des Exports meinen. binnenkonjunktur stärken? - Fehlanzeige. Einfach irre, diese Wirtschaftspolitik.

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