Konjunktur
Deutsche Industrie vor „empfindlichem Rückschlag“

Der deutsche Bankenverband geht nicht von einer raschen Verbesserung der Konjunktur in Deutschland aus. Der Geschäftsführende Vorstand des Bankenverbandes, Manfred Weber, erklärte am Donnerstag in Berlin: „Derzeit müssen die Risiken einer weiteren Verschlechterung höher eingeschätzt werden als die Chancen einer zügigen Erholung.“

HB BERLIN. Exportweltmeister Deutschland dürfte die weltweite Konjunkturflaute nach Ansicht der Bundesbank deutlich zu spüren bekommen. Die heimische Wirtschaft werde die Nachfrageschwäche auf wichtigen Absatzmärkten in den kommenden Monaten „nicht ohne einen empfindlichen Rückschlag wegstecken können“, hieß es am Donnerstag im Monatsbericht der Bundesbank. Zudem seien vorerst keine nennenswerten Impulse der Binnenwirtschaft zu erwarten.

Noch im ersten Halbjahr sei die Wirtschaftsleistung fast so stark gewachsen wie das Produktionspotenzial. Allerdings hätten die Firmen ihre Kapazitätsauslastung heruntergefahren, vor allem die bisher erfolgsverwöhnte Industrie. Die Unternehmen hätten ihre Pläne für Investitionen und Neueinstellungen auf den Prüfstand gestellt. Über alle Branchen hinweg dürfte die Kapazitätsauslastung zwar noch auf einem normalen Niveau gewesen sein. „Allerdings zeichnet sich für das Schlussquartal erneut ein empfindlicher Dämpfer ab.“

Nach Aussage von Bankenverbandschef Weber lassen unsichere Zukunftsaussichten Unternehmen wie Verbraucher weltweit bei Kauf- und Investitionsentscheidungen zögern. Die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft werde durch die Finanzkrise zusätzlich belastet. „Der Rückgang der Auslandsnachfrage trifft die deutsche Wirtschaft stärker als andere“, befürchtet Weber.

Es zeige sich jetzt, dass es ein Fehler gewesen sei, die Binnennachfrage nicht durch eine nachhaltige Senkung von Steuern und Abgaben zu stärken. Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Beschäftigungssicherung sei zu klein und nicht entschieden genug auf direkte Wachstumseffekte ausgelegt. „Ein rascheres Vorziehen zusätzlicher öffentlicher Investitionen und deutlicher Abgabenentlastungen ist notwendig“, erklärte er.

Nach einem guten Start ins Jahr war die Wirtschaft im Frühjahr und Sommer geschrumpft. Nach gängiger Definition befindet sie sich nun in der Rezession, aus der sie sich Experten zufolge frühestens Mitte 2009 befreien dürfte.

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