Konjunktur
Deutscher Einzelhandel überraschend schwach

Der deutsche Einzelhandel ist schwach in das Schlussquartal gestartet. Der Umsatz lag im Oktober zwar leicht um 0,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Preissteigerungen herausgerechnet bedeute dies aber ein reales Minus von 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

HB BERLIN. Noch schlechter fällt die Bilanz im Vergleich zum Vormonat aus: Hier sank der Umsatz mit 1,7 Prozent und real mit 1,6 Prozent jeweils so stark wie seit März nicht mehr. Von Reuters befragte Volkswirte hatten dagegen mit einem realen Zuwachs von 0,5 Prozent im Vergleich zum September gerechnet.

Besonders schlecht liefen die Geschäfte im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln. Hier brach der reale Umsatz um 6,1 Prozent im Vergleich zum Oktober 2007 ein. Waren- und Kaufhäuser mussten reale Einbußen von 4,3 Prozent hinnehmen. Mit Kosmetik, pharmazeutischen und medizinischen Produkten sowie im Versandhandel wurden real jeweils 3,3 Prozent weniger eingenommen. Gut lief es dagegen im Facheinzelhandel mit Büchern und Schmuck mit einem realen Plus von 3,5 Prozent. Auch mit Textilien, Bekleidung und Schuhen wurden real 0,5 Prozent mehr umgesetzt als vor Jahresfrist.

Die Analysten der Steubing AG sprachen von enttäuschenden Umsätzen. Besonders schwach hätten sich die Sektoren Kleidung, Schuhe und Lederprodukte entwickelt, schrieben die Analysten in einem Kommentar. Der Abwärtstrend sei bestätigt worden und die Entwicklung des Verbrauchervertrauens im November deute auf eine weitere Abschwächung der Einzelhandelsumsätze hin. Im Vergleich zur Entwicklung in der Eurozone halte sich das deutsche Verbrauchervertrauen allerdings noch verhältnismäßig gut.

Von Januar bis Oktober hatten die Einzelhändler 2,3 Prozent mehr in den Kassen als im Vorjahreszeitraum, Preissteigerungen herausgerechnet aber ergibt das ein Minus von 0,4 Prozent. Für 2008 insgesamt erwartet der Branchenverband HDE ein reales Umsatzminus.

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