Konjunktur
Deutscher Export stürzt auf 16-Jahres-Tief

Die deutschen Exporte sind im Januar so stark eingebrochen wie seit 16 Jahren nicht mehr. Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der Exportverband BGA für 2009 mit dem größten Umsatzrückgang seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Experten sehen den Export inzwischen als starken Belastungsfaktor für die Konjunktur. Eine Erholung halten sie frühestens im kommenden Jahr für möglich.

HB BERLIN. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 66,6 Mrd. Euro ins Ausland und damit 20,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 1993 mit minus 21,4 Prozent“, sagte ein Statistiker zu Reuters.

Von der schwachen Nachfragen nach Waren „Made in Germany“ waren alle Branchen betroffen. Deutlich stärker als der Durchschnitt mussten allerdings die Automobilindustrie und der Maschinenbau Federn lassen. Schon im Dezember (- 7,9 Prozent) und November (-12,2 Prozent) 2008 hatte die globale Wirtschaftsflaute die deutsche Exportwirtschaft hart getroffen.

Die Exporte gingen kalender- und saisonbereinigt um 4,4 Prozent im Vergleich zum Dezember zurück. Das war bereits das vierte Minus in Folge. Von Reuters befragte Experten hatte hier einen Rückgang von vier Prozent vorausgesagt. Die Einfuhren nahmen um 0,8 Prozent im Vergleich zum Dezember ab. Insgesamt wurden Waren im Wert von 58,1 Mrd. Euro importiert. Das waren 12,9 Prozent weniger als im Januar 2008.

Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der Exportverband BGA für 2009 mit einem Umsatzrückgang von bis zu acht Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik 1949.

Für Sebastian Wanke von der Dekabank kommt der Exporteinbruch nicht überraschend."Im Herbst ist der Welthandel kollabiert, und die Folgen dieses Schocks fühlen wir natürlich immer noch", sagte er. Gleichzeitig zeigten diese Daten aber auch, dass die Schwäche, mit der es Deutschland zu tun habe, vor allem aus dem Ausland komme, denn die Importe gingen zumindest nicht so stark zurück wie die Exporte. "Die Zahlen deuten darauf hin, dass das erste Quartal wieder sehr schlecht sein wird, wir erwarten einen Rückgang um 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2008", erläuterte Wanke und fügte hinzu, er rechne für das zweite Quartal mit einer Beruhigung der Abwärtsdynamik.

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