Konjunktur
Deutschlands Industrie verfällt in eine Schockstarre

Es geht noch schlimmer: Die Aufträge für die deutsche Industrie sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums im Januar erneut massiv eingebrochen. Volkswirte sprechen von "schockierenden Zahlen".

DÜSSELDORF. Erst eine kurze Schockstarre, dann die blanke Panik: "Das sprengt alles, was wir aus der Vergangenheit her kannten", sagte schließlich WestLB-Ökonom Jörg Luschow. "Die Zahlen sind schockierend", ergänzte Fabienne Riefer von der Postbank.

Tatsächlich hagelte es selten innerhalb von nur drei Tagen so schlechte Daten für die deutsche Wirtschaft: Dienstag Einbruch der Exporte, Mittwoch Kollaps der Industrieaufträge und heute vermutlich ein Einbruch der Industrieproduktion im Januar. "Offenbar hat die ganze Welt bis weit in den Januar hinein verlängerte Weihnachtsferien gemacht", sagte Roland Döhrn vom RWI in Essen.

Laut Bundeswirtschaftsministerium sank der Auftragseingang der Industrie im Januar preis- und saisonbereinigt um acht Prozent zum Vormonat. Das ist das zweitstärkste Minus seit Beginn der Datenerhebung 1991. Volkswirte hatten nach den schlechten Vormonatsdaten mit einem moderateren Rückgang gerechnet.

Außerdem revidierte das Ministerium auch noch den Rückgang im Dezember von 6,9 Prozent auf 7,6 Prozent nach oben. Auf Jahressicht brachen die Aufträge im Januar sogar um 37,9 Prozent ein, nach einem Minus von 28,2 Prozent im Vormonat. "Die kräftige Abwärtsentwicklung der Bestelltätigkeit setzt sich fort", kommentierte das Ministerium die Zahlen. Die Aussichten für die Industrieproduktion blieben damit "ausgesprochen gedrückt".

An den Börsen wurden die Hiobsbotschaften zwar zur Kenntnis genommen, aber von den guten Nachrichten aus dem Finanzsektor überlagert. Meldungen, dass mehrere Großbanken wieder schwarze Zahlen schreiben, schürten die Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise. Sowohl Finanz- als auch Industrieaktien legten zu.

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