Konjunktur
Deutschlands Industrie wächst wieder

Lange hat die deutsche Industrie darauf gewartet, doch jetzt steht sie wieder unter Dampf. Erstmals seit 15 Monaten ist die Industrie im Oktober wieder gewachsen. Und auch in der Eurozone stehen die Signale auf Wachstum.
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HB Berlin. Der Einkaufsmanagerindex stieg im Oktober um 1,5 auf 51,1 Zähler. Experten hatten erwartet, dass die Wachstumsmarke von 50 Zählern nur knapp erreicht würde. Die Dienstleister mussten allerdings einen unerwarteten Dämpfer hinnehmen. Der entsprechende Index fiel um 1,2 auf 50,9 Punkte. Hier hatten Fachleute mit einem Anstieg gerechnet.

Steigende Auftragseingänge und die weiter anziehende Produktion lassen die Aussichten für die Industrie in günstigerem Licht erscheinen: "Das sieht nach einer nachhaltigen Erholung aus", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Da die Betriebe nach der langen Krise aber bei weitem nicht ausgelastet sind, bauten sie weiter Personal ab.

Die Dienstleister wuchsen den dritten Monat in Folge, wenn auch mit gedrosseltem Tempo. Die Service-Branche dürfte ihre Erholung dennoch fortsetzen, da sich die Auftragslage weiter verbesserte. Allerdings legte die Produktion nur noch schwach zu. Unter dem Strich wurden zudem wieder Arbeitsplätze abgebaut, nachdem es im Vormonat per saldo noch ein kleines Plus gegeben hatte.

Der Markit-Composite-Index, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, verbesserte sich den dritten Monat in Folge und stieg auf 52,6 von 52,4 im September. Im zweiten Quartal war das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent gewachsen. Für das dritte Quartal erwarten die meisten Experten eine weitere Belebung. Bundesbank-Chef Axel Weber geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung um 0,75 Prozent zulegen wird.

Auch in der Euro-Zone stehen die Zeichen nach mehr als einjähriger Pause wieder auf Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe stieg im Oktober um 1,4 auf 50,7 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren. Das teilte das Markit-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mit. Das Barometer übertraf damit erstmals wieder die Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird.

"Das ist ein Hinweis darauf, dass die Erholung an Breite gewonnen hat und zunehmend selbsttragend wird", sagte Markit-Experte Chris Williamson. Auch die Dienstleister erholten sich weiter. Der Einkaufsmanagerindex für diesen Sektor kletterte um 1,4 auf 52,3 Zähler. Das ist der höchste Stand seit annähernd zwei Jahren. Damit mehren sich die Hinweise, dass die Euroländer die Rezession beendet haben. Die Wirtschaft im Währungsgebiet war im zweiten Quartal noch um 0,1 Prozent geschrumpft. Von Reuters befragte Experten sagen für das dritte Quartal ein Wachstum von 0,4 Prozent voraus.

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