Konjunktur
Dienstleistungsbranche wächst langsamer

Der Boom des Sommers ist vorbei, die Dienstleistungsbranche in der Euro-Zone geht mit gebremsten Schwung in den Herbst. Firmen in Spanien und Irland melden schrumpfende Geschäfte. Deutschland und Frankreich bleiben aber Zugpferde der Konjunkturerholung.
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HB BERLIN. Die Firmen in der Euro-Zone steigerten im September ihre Geschäfte zwar den 13. Monat in Folge, allerdings nicht mehr so stark wie noch im Hochsommer, teilten die Markit-Experten am Dienstag zu ihrer Umfrage unter etwa 2000 Unternehmen mit. In allen Ländern verlor die Erholung an Tempo, die Kluft zwischen den Euro-Staaten blieb dabei groß: Deutschland und Frankreich sind weiter die Zugpferde der Konjunkturerholung, in Spanien und Irland berichteten die Firmen dagegen wieder über Geschäftseinbußen.

Der Einkaufsmanagerindex sank auf 54,1 Zähler nach 55,9 Punkten im August. Damit fiel der Rückgang aber nicht so stark aus wie in einer ersten Schätzung angenommen. "Trotz der abgeschwächten Dynamik expandierte der Eurozone-Servicesektor im September noch immer überdurchschnittlich stark", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das Wachstum dürfte aber im Sommerquartal an Fahrt verloren haben. Zu schaffen machte den Firmen ein geringeres Auftragsplus. Der Zuwachs war zwar der 13. in Folge, er fiel aber geringer aus als im Juli und August. Lediglich in Italien konnten die Firmen etwas mehr Aufträge einsammeln als noch im August. Die Unternehmen stockten in der Folge ihre Belegschaften weiter auf.

Der Stellenaufbau konzentrierte sich jedoch vor allem auf Frankreich und Deutschland. Der Einkaufsmanagerindex für Deutschland, den größten Wirtschaftssektor, konnte im September zwar sein Drei-Jahres-Hoch nicht halten. Mit einem Minus von 2,3 auf 54,9 Punkte liegt das Barometer aber weiter deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt von 52,9 Zählern, teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 500 deutschen Unternehmen mit. Besonders gut lief es für Hotels und Gaststätten sowie für den Transportbereich.

Auch die Aussichten für die kommenden Monate sind gut. Die Aufträge wuchsen den dritten Monat in Folge, die Bücher füllten sich wieder. Gleichzeitig schätzten die deutschen Unternehmen ihre Geschäftsaussichten weiter sehr positiv ein: Der entsprechende Index liegt auf dem zweithöchsten Wert seit Januar 2006. Die Betriebe schufen deshalb den achten Monat in Folge neue Stellen. Kostentreibend wirkten sich laut Umfrageteilnehmern vor allem die höheren Ausgaben für Löhne und Gehälter aus, hieß es. Erstmals seit fünf Monaten hoben die Dienstleister deshalb ihre Angebotspreise an, wenn auch nur leicht.

Auch die deutsche Industrie hat im September ein langsameres Wachstumstempo angeschlagen. Mit Blick auf die unsicheren Konjunkturaussichten hielten sich viele Kunden etwas stärker zurück, was sich auch in der nachlassenden Exportnachfrage niederschlug. Der Markit-Einkaufsmanagerindex fiel um 3,1 auf 55,1 Zähler.

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