Konjunktur
Druck auf Chinas Wirtschaft wächst

Chinas Exporte erleben eine harte Landung. Im November sind nach offiziellen Angaben sowohl die Exporte als auch die Auslandsinvestitionen dramatisch zurückgegangen. Die Exporte schrumpften erstmals seit 1999 und lagen bei 115 Mrd. Dollar.

PEKING. Das entspräche einem Rückgang um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, so die Behörden gestern in Peking. Die ausländischen Direktinvestitionen fielen um 36,5 Prozent auf 5,3 Mrd.Dollar. Das war laut Handelsministerium der schwächste Wert seit 14 Monaten.

„Diese Zahlen sind ein Schock“, kommentierte Ben Simpfendorfer, China-Ökonom der Royal Bank of Scotland, die jüngste Statistik. Bei den Exporten hatten die Analysten zwar mit einem Rückgang des Zuwachses, aber noch immer mit einem Plus von 15 Prozent gerechnet. Er habe erst im Frühjahr Minuswerte erwartet, so Simpfendorfer. Im Oktober hatten Chinas Exporte noch um 19 Prozent zugelegt.

Nach Einschätzung der Experten muss es vor allem bei elektronischen Geräten massive Stornierungen gegeben haben. Diese Produkte – etwa Laptops, Handys oder Digitalkameras – werden erst relativ kurzfristig per Luftfracht zum Weihnachtsgeschäft ausgeliefert. Bei Kleidung und Spielzeug, das mit Schiffen nach Amerika und Europa kommt, hatte es bereits deutlich früher einen Exportrückgang gegeben.

„Die Nachfrage nach chinesischen Produkten schwindet“, so der Ökonom Gene Ma von China Economic Motor gestern. Tausende Firmen in Südchina mussten bereits schließen und Wanderarbeiter entlassen. Die regierende Kommunistische Partei will nun mit allen Mitteln das Wirtschaftswachstum halten. Das sei die vordringliche Aufgabe für 2009, wurde auf der gestern zu Ende gegangenen jährlichen Wirtschaftskonferenz in Peking bekräftigt.

Dazu will Peking den Yuan-Wechselkurs stabil halten, sollen einige Steuern gesenkt werden und werde die Zentralbank ihre moderat lockere Geldpolitik fortsetzen, meldeten chinesische Medien. Das Bruttoinlandsprodukt der viertgrößten Volkswirtschaft war in den vergangenen fünf Jahren stets zweistellig gewachsen. Die Weltbank erwartet 2009 nur noch ein Plus von 7,5 Prozent. Einige Analysten gehen inzwischen für die 1.Hälfte 2009 sogar nur noch von 5 Prozent aus.

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