Konjunktur
Düstere Aussichten im Euro-Raum

Die Wirtschaft in der Euro-Zone dürfte im kommenden Jahr schrumpfen - und zwar deutlich. Das reale Bruttoinlandsprodukt soll um 0,4 Prozent sinken, prognostizieren zehn europäische Forschungsinstitute in einer gemeinsamen Konjunkturprognose.

FRANKFURT. Die Wirtschaft in der Euro-Zone dürfte im kommenden Jahr schrumpfen - und zwar deutlich. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 0,4 Prozent sinken. Das prognostizieren zehn europäische Forschungsinstitute in einer gemeinsamen Konjunkturprognose, darunter auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sowie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum dürfte in den nächsten Jahren deutlich zunehmen, die Situation in den öffentlichen Haushalten werde sich erheblich verschlechtern, schreiben die Institute.

Allerdings geben sie zu bedenken, dass die Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung derzeit "extrem groß" sei. Die Entwicklung könne sich auf kurze Sicht sogar noch deutlich ungünstiger zeigen als in der gemeinschaftlichen Vorhersage. Aus heutiger Sicht rechnen sie aber damit, dass sich die Wirtschaft 2010 wieder beleben wird - wenn auch nur leicht; die Wirtschaft im Währungsgebiet werde dann um 0,5 Prozent zulegen. Erst 2011 sei wieder mit einem spürbaren Zuwachs um 1,6 Prozent zu rechnen.

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die europäischen Realwirtschaft sind den Forschern zufolge erheblich: "Ohne die Ansteckung des Finanzsystems im Euro-Raum im Zuge der Finanzkrise wäre das BIP im Euro-Raum 2009 vermutlich weiter mit einer Rate von etwa einem Prozent gestiegen", schreiben sie. Das verdeutliche, wie dringend koordinierte Maßnahmen zur Rekapitalisierung des Bankensektors in der EU und in den USA seien. "Sollten angemessene Maßnahmen ausbleiben, wäre ein Anhalten der Rezession bis weit in das Jahr 2010 wahrscheinlich", heißt es.

Isolierte Konjunkturprogramme sind aus Sicht der europäischen Wirtschaftsforscher nicht der richtige Weg aus der Krise. Sie versprechen sich mehr von einer koordinierten expansiven Finanzpolitik im Euro-Raum, im Vereinigten Königreich und in den USA. Vergleiche man beide Instrumente, zeigten sich "deutliche Vorteile für eine finanzpolitische Koordination".

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