Konjunktur
Erzeugerpreise niedrig wie seit 22 Jahren nicht

Die Erzeugerpreise sind im Mai so stark gefallen wie seit 22 Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ging der Index im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 3,6 Prozent zurück.

HB WIESBADEN. Deutlich geringere Kosten für Stahl, Futtermittel und Energie haben die Erzeugerpreise im Mai so stark sinken lassen wie seit 22 Jahren nicht mehr. Der Index ging im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Einen stärkeren Preisrückgang gab es zuletzt im April 1987 mit einem Minus von 3,7 Prozent. Im April und im März hatte es Rückgänge von 2,7 beziehungsweise 0,5 Prozent gegeben. Gegenüber April 2009 blieb der Index stabil.

Wegen der weltweiten Rezession werden vor allem die Metalle billiger: Im Mai betrug der Rückgang 19,9 Prozent. Bei Betonstahl waren es sogar 52,7 Prozent und bei Walzdraht 47,3 Prozent. Auch Kupfer verbilligte sich deutlich um 31,6 Prozent. Erheblich günstiger zu haben waren auch Getreidemehl mit einem Minus von 31,1 Prozent und Futtermittel für Nutztiere, das 20,8 Prozent billiger war als im Mai 2008.

Die Energiepreise lagen um 5,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, stiegen gegenüber April 2009 jedoch um 0,7 Prozent. Ohne Energie wären die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 2,5 Prozent gesunken. Bei den einzelnen Energieträgern entwickelten sich die Preise unterschiedlich. Mineralölerzeugnisse waren um 26,4 Prozent billiger. Leichtes Heizöl wies mit einem Minus von 47,4 Prozent einen besonders deutlichen Preisrückgang auf, Dieselkraftstoff wurde um 29,1 Prozent billiger. Ohne Berücksichtigung von Mineralölerzeugnissen sanken die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 2,1 Prozent.

Die Preise für Strom lagen insgesamt um 2,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau und stiegen gegenüber April 2009 um 2,0 Prozent. Während die Preise für die Abgabe an Weiterverteiler um 7,5 Prozent niedriger als im Vorjahr waren, mussten Haushalte 5,6 Prozent mehr bezahlen als im Mai 2008. Erdgas war im Durchschnitt um 0,9 Prozent teurer als im Mai 2008.

Verbrauchsgüter waren im Mai 2009 billiger (minus 1,3 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel gingen insgesamt um 3,4 Prozent zurück. Starke Rückgänge waren für Milch und Milcherzeugnisse zu verzeichnen (minus 11,8 Prozent). Hier sinken die Erzeugerpreise seit neun Monaten kontinuierlich, allein gegenüber April 2009 um 1,9 Prozent. Die Preise für Fischerzeugnisse stiegen hingegen im Jahresvergleich um 7,6 Prozent, Fertiggerichte waren um 5,0 Prozent teurer als im Vorjahr, Backwaren um 2,5 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%