Konjunktur
Euro-Wirtschaft: Talfahrt fast gestoppt

Die Wirtschaft in der Eurozone scheint sich schneller wieder zu fangen als bislang vermutet. Die Talfahrt kam im zweiten Quartal fast zum Stillstand, das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte nur noch leicht.
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HB LUXEMBURG. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei nach einem Rekordminus im Vorquartal lediglich um 0,1 Prozent zum Vorquartal gesunken, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit und bestätigte damit vorläufige Daten. Volkswirte hatten damit gerechnet. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch kräftig um 2,5 Prozent geschrumpft.

Auf Jahressicht sank die Wirtschaftsleistung indes etwas stärker als zunächst ermittelt. Im zweiten Quartal betrug das Minus 4,7 Prozent, nachdem zunächst ein Rückgang um 4,6 Prozent errechnet wurde. Experten hatten die Revision jedoch erwartet. Belastet wurde das Wachstum im zweiten Quartal vor allem von den Investitionen und den Exporten. Die Konsumausgaben wirkten indes stützend.

Die Erzeugerpreise sind in der Eurzone im Juli im Vergleich zum Vormonat nicht ganz so stark gesunken wie erwartet. Die Erzeugerpreise seien um 0,8 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 1,0 Prozent gerechnet. Im Juni waren die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vormonat um revidiert 0,4 (ursprünglich 0,3) Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich sanken die Erzeugerpreise im Juli um 8,5 Prozent, nach einem Minus von revidiert 6,5 (6,6) Prozent im Vormonat.

Die Erzeugerpreise beeinflussen die allgemeine Teuerung zwar nicht direkt, schlagen aber erfahrungsgemäß mit einiger Verzögerung teilweise auf die Verbraucherpreise durch.

Die Wirtschaft hat in der schlimmsten Krise seit Jahrzehnten den Tiefpunkt nach Einschätzung von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker erreicht. Doch könnten die Konjunkturprogramme noch nicht zurückgefahren werden, sagte der Luxemburger Premier am Mittwoch vor einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Die Konjunktur müsse mit Steuergeldern noch bis ins kommende Jahr gestützt werden. Dann müsse es eine gemeinsame europäische Strategie geben, die Hilfe wieder abzuziehen.

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