Konjunktur
Euro-Wirtschaftsklima auf 15-Jahres-Tief

Das Wirtschaftsklima im Euro-Raum ist nach Angaben des Ifo-Instituts so schlecht wie seit Anfang 1993 nicht mehr. Vor allem in Deutschland, Italien, Belgien, Frankreich und Österreich wird die gegenwärtige Situation negativer eingeschätzt. Schlechte Nachrichten auch für die Industrieproduktion der Eurozone: Sie ist im September überraschend deutlich gesunken.

HB BERLIN/ LUXEMBURG. Die Wirtschaftsstimmung im Euro-Raum hat sich im vierten Quartal abermals deutlich eingetrübt und ist auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Das Wirtschaftsklima- Barometer liegt im Herbst bei 50,9 Punkten nach 61,9 Zählern im dritten Quartal, wie die Münchner Forscher am Mittwoch mitteilten. Das ist der fünfte Rückgang in Folge. Vor allem die gegenwärtige Lage beurteilten die befragten Experten und Unternehmen deutlich schlechter. Auf die kommenden sechs Monate blicken sie dagegen nahezu unverändert pessimistisch. „Den Umfrageergebnissen zufolge wird sich der Abschwung im Euro-Raum weiter fortsetzen“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Vor allem in Deutschland, Italien, Belgien, Frankreich und Österreich schätzten die Umfrageteilnehmer den Forschern zufolge ihre gegenwärtige Situation negativer ein. Die Aussichten trübten sich dagegen in Irland, Portugal und den Niederlanden am stärksten ein. Unter dem Strich ist jedoch das Klima in Spanien und Irland am schlechtesten. Diese beiden Länder sind besonders von einem Platzen einer Immobilienblase gebeutelt und stehen am Rande der Rezession.

Im nächsten halben Jahr erwarten die 262 befragten Experten einen Rückgang der Inflation. Zugleich rechnen sie mit sinkenden Leitzinsen. Seit Anfang Oktober hat die EZB ihren Leitzins in zwei Schritten von 4,25 auf 3,25 Prozent gesenkt. Die Teuerungsrate liegt derzeit bei 3,2 Prozent, nachdem sie im Sommer noch ein Rekordhoch von vier Prozent erreicht hatten.

Schlechte Nachrichten auch für die Industrieproduktion der Euro-Zone. Sie sei im September im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Ökonomen hatten im Schnitt nur einen Rückgang um 1,4 Prozent erwartet. Im August war die Produktion um revidierte 0,8 (ursprünglich 1,1) Prozent gestiegen.

Im Jahresvergleich sank die Produktion im September überraschend um 2,4 Prozent. Volkswirte hatten hier einen Anstieg um 0,9 Prozent prognostiziert. Im August war die Produktion noch um 0,7 Prozent zurückgegangen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%