Konjunktur
Euro-Zone: Dienstleister wachsen wieder

Auch in der Euro-Zone mehren sich die Anzeichen für ein Ende der Rezession: Erstmals seit 16 Monaten haben die Dienstleister in der Euro-Zone ihre Geschäfte gesteigert.
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HB BERLIN. Sie profitierten im September von anziehenden Aufträgen, wie die Markit-Experten am Montag zu ihrer Umfrage unter 2000 Unternehmen mitteilten. Die Aussichten bewerten die Firmen zudem optimistisch. "Anzeichen, dass die Erholung von der Industrie auf den Dienstleistungsbereich übergesprungen ist, wecken Hoffnungen, dass wir einen selbsttragenden Aufschwung sehen", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg auf 50,9 Punkte von 49,9 Zählern im August und damit erstmals seit Mai 2008 über die Wachstumsschwelle bei 50 Punkten. Zudem fiel er besser aus als in einer ersten Schätzung mit 50,6 Punkten angenommen. Besonders stark belebten sich die Geschäfte in Frankreich und Deutschland, während die Dienstleister in Italien und Spanien erneut Einbußen hinnehmen mussten. Am stärksten nach unten ging es in Irland, wo sich der Abschwung sogar beschleunigte.

Die Konjunkturbelebung machte sich in einem anziehenden Neugeschäft bemerkbar. Erstmals seit Mai 2008 erhielten die Firmen mehr Aufträge als im Vormonat. Auch hier profitierten die Unternehmen in Frankreich und Deutschland, während es in Italien, Spanien und Irland schlechter lief. Mit Sicht auf die kommenden zwölf Monate zeigten sich die Firmen so optimistisch wie seit 44 Monaten nicht mehr.

Dennoch verschärfte sich der Stellenabbau. Besonders in Frankreich, Italien und Irland wurden mehr Arbeitsplätze gestrichen, auch in Deutschland fielen wieder Jobs weg. Damit reduzierten die Dienstleister bereits den 15. Monat in Folge die Zahl ihrer Mitarbeiter.

Die Euro-Zone steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise ihrer Geschichte. Analysten erwarten aber, dass die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal wieder wächst. Mit Deutschland und Frankreich haben sich die beiden größten Euro-Länder bereits im Frühjahr aus der Rezession gelöst.

Die Umsätze im Einzelhandel der Eurozone sind im August nicht ganz so stark wie von Ökonomen befürchtet gesunken. Auf Monatssicht seien die Umsätze um 0,2 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mit. Ökonomen hatten einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Im Vormonat waren die Umsätze bereits um 0,2 Prozent gesunken.

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