Konjunktur
Europäische Wirtschaft erholt sich

Die Konjunktur im Währungsraum legt zu, der Einkaufsmanagerindex steigt. Die Bundesbank rechnet in Deutschland mit einem kräftigen Wachstum. Schwergewicht Frankreich hingegen wird immer mehr zum Sorgenkind.
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BerlinDie Wirtschaft in der Euro-Zone kommt zum Jahresende in Fahrt. Das Schwergewicht Frankreich verliert allerdings zunehmend den Anschluss. „Frankreich schlüpft immer mehr in die Rolle des neuen 'kranken Mannes in Europa'“, sagte am Montag Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson zur Umfrage seines Instituts unter rund 4000 Firmen. Denn bei Deutschlands wichtigstem Handelspartner beschleunigte sich die Talfahrt sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern. Trotzdem ging es im gesamten Euroraum im Dezember überraschend stark bergauf. Dazu trug vor allem auch die größte Volkswirtschaft Deutschland bei. Dort sorgte die Industrie für neue Jobs. Die Bundesbank rechnet für das Winterhalbjahr mit kräftigem Wachstum.

Frankreich droht derzeit der Rückfall in die Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte im Sommer leicht und kommt seither nicht richtig auf die Beine. Kritiker werfen der Regierung unter Präsident Francois Hollande mangelnden Reformeifer vor. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, fand dazu am Wochenende harsche Worte: „Die Wettbewerbsfähigkeit bleibt ungenügend und die öffentlichen Finanzen können nicht länger über Steuererhöhungen saniert werden.“

Besser läuft es derzeit im gesamten Euroraum. Vor allem die Industrie erholt sich dank anziehender Aufträge und steigender Produktion schneller als erwartet, während die Dienstleister etwas an Dynamik verlieren. Das Barometer, das beide Sektoren zusammenfasst, stieg im Dezember überraschend deutlich um 0,4 auf 52,1 Punkte. Werte über 50 Zählern signalisieren Wachstum. „Der Aufschwung belebt sich wieder“, sagte Williamson.

Dies gilt umso mehr für die Wachstumslokomotive Deutschland, deren Industrie laut Markit einen „fulminanten Jahresabschluss“ schaffte. Erstmals seit März stellten die Betriebe per Saldo Personal ein, es war der größte Jobaufbau seit zwei Jahren. Die Bundesbank schrieb in ihrem Monatsbericht, die Chancen stünden gut, dass die „lebhafte Binnenkonjunktur“ durch eine „deutliche Verstärkung der Industriekonjunktur ergänzt wird“.

Der Industrieverband BDI traut den deutschen Exporteuren 2014 ein Wachstum von mindestens zwei Prozent zu und damit etwas mehr als für dieses Jahr. China als einer der größten Absatzmärkte schwächelt derzeit allerdings etwas, da die Führung in Peking die Wirtschaft umkrempelt und dafür ein geringes Wachstum in Kauf nimmt. Die Industrie verlor im Dezember an Fahrt, wie aus dem Markit/HSBC-Einkaufsmanagerindex hervorgeht.

In Japan hingegen hellte sich die Stimmung in der Industrie auch im vierten Quartal auf. „Die japanischen Großproduzenten befinden sich dank den Abenomics nach wie vor in Partylaune“, sagte NordLB-Analyst Stefan Große mit Blick auf die Wirtschaftspolitik von Regierungschef Shinzo Abe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunktur: Europäische Wirtschaft erholt sich"

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  • Bis Ende Mai 2014 (Europawahl) werden wir wohl noch massiv mit pseudo-positiven Europa-Meldungen zugeschüttet.

    Lasst euch nicht verarschen ...

    Schönen Tag noch ...

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