Konjunktur
Experten sehen noch kein Ende der Krise

Auch die vielen positiven Signale können einige Wirtschaftsexperten noch nicht davon überzeugen, dass die Wirtschaftskrise in Deutschland ausgestanden ist. Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz präsentierte promt eine neue Prognose für 2009.
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HB BERLIN. Franz sagte der "Bild"-Zeitung, er erwarte für 2009 ein Minuswachstum von 5,5 Prozent. Es werde keine stürmische Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft geben, weil ein Anspringen der Weltkonjunktur nicht zu erkennen sei. "Das hat schlimme Folgen für den Arbeitsmarkt: Zur Jahreswende wird die Vier-Millionen-Marke gerissen, 2010 bleiben wir aber unter fünf Millionen", sagte Franz weiter.

"Wir sind mit dem Fahrstuhl im Keller angekommen, jetzt geht es mit der Rolltreppe ganz langsam nach oben. Die Rezession ist noch nicht überstanden", sage Franz den Angaben zufolge.

Ähnlich äußerte sich Dennis Snower, Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft: Der steile Absturz der Wirtschaft sei zwar gestoppt, die weltweite Krise deshalb aber nicht überstanden. Es gebe keine Anzeichen für einen neuen, nachhaltigen Aufschwung. "Die deutsche Wirtschaft wird so schnell nicht zu alter Stärke und den alten Wachstumsraten zurück finden", betonte er.

Auch Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, erklärte, es sei noch zu früh, um von einer Erholung zu sprechen. "Wir bewegen uns aus dem Tal nur mit kleinen Schritten heraus. Der Mini-Aufschwung ist geborgt mit staatlichen Programmen wie der Abwrackprämie, die alle auslaufen", warnte er.

DIW-Präsident Klaus Zimmermann prognostiziert für die kommenden Monate weiteres Wachstum. "Ich glaube nicht, dass es einen konjunkturellen Rückschlag geben wird", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". In den nächsten Quartalen werde es bei einem leicht positiven Wachstum bleiben. Es werde daher auch keinen Einbruch am Arbeitsmarkt geben. Die Fünf-Millionen-Marke werde 2010 auf keinen Fall überschritten, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Die staatlichen Konjunkturpakete sind nach Zimmermanns Einschätzung nicht die Ursache für das überraschende Wachstum im zweiten Quartal. "Die Wirtschaft wäre auch ohne die staatlichen Konjunkturpakete aus der Krise gekommen", sagte er. Die Investitionsprogramme liefen jetzt erst an und hätten im zweiten Quartal noch keine Rolle gespielt.

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