Konjunktur
Exporteure rechnen 2010 mit Erholung

Die krisengebeutelte deutsche Exportwirtschaft rechnet damit, dass sich ihre Geschäfte im kommenden Jahr spürbar erholen werden. „Die Ausfuhren werden deutlich mehr als fünf Prozent wachsen“, sagte der Präsident des Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner.

FRANKFURT. In diesem Jahr dagegen dürften die Warenausfuhren um etwa 18 Prozent einbrechen. Bislang hatte der Branchenverband mit einem Minus von 15 Prozent gerechnet.

In den vergangenen Monaten waren die Exporte der deutschen Unternehmen drastisch gesunken. Allein im ersten Quartal waren sie laut Statistischem Bundesamt um 21,2 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zurückgegangen. Überdurchschnittlich stark sanken vor allem die Ausfuhren in die Türkei (minus 38,7 Prozent), nach Russland (minus 31,4 Prozent), in die USA (minus 26,4 Prozent) und nach Japan (minus 22,4 Prozent).

Trotz der Krise, die die Unternehmen unter enormen Druck stelle, hält der Präsident des Branchenverbands die langfristigen Perspektiven des Groß- und Außenhandels zwar für „hervorragend“. Diese Entwicklung sei allerdings kein Selbstläufer, warnte er. Der Schlüssel zur Überwindung der Krise liege vor allem in der Sicherstellung der Finanzierung der Unternehmen sowie in der Bekämpfung eines weltweit zunehmenden Protektionismus.

Damit spielte er auf die sogenannte Buy Chinese- sowie die Buy American-Klausel an. Zu Jahresbeginn hatte die amerikanische Regierung die US-Wirtschaft vom Rest der Welt abschotten wollen. Während China damals noch von Gift für die Bemühungen zur Überwindung der Krise gesprochen hatte, will die Volksrepublik inzwischen selbst Milliardenaufträge aus dem eigenen Konjunkturprogramm überwiegend an chinesische Firmen vergeben.

Trotz des schwierigen globalen Umfeldes erwartet auch Deutsche Bank-Ökonom Norbert Walter, dass die deutsche Wirtschaft wieder deutlich vom Welthandel profitieren wird. Es dauere noch drei bis vier Jahre, bis der Wert der Exporte wieder das Niveau von 2008 erreiche.

Kurzfristig müsse vor allem die Versorgung der Unternehmen mit Krediten sichergestellt werden, fordert Verbandspräsident Börner. Um die „dramatischen Folgen einer Finanzierungsklemme“ zu vermeiden, müssten die Banken schleunigst von den giftigen Wertpapieren entlastet und wieder handlungsfähig gemacht werden. Das Verbriefen von Krediten, die Banken an Unternehmen vergeben haben, würde zudem zu einer Eigenkapitalentlastung der Banken führen und Liquidität schaffen, forderte er.

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