Konjunktur
EZB: Wirtschaftsaussichten unsicher wie selten

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet rechnet in den nächsten Monaten nicht mit einer Besserung der Wirtschaftsflaute. Die Einschätzung deckt sich mit dem Handelsblatt-Barclays-Indikator, den die britische Investmentbank monatlich für das Handelsblatt berechnet. Danach wird sich die Talfahrt der deutschen Wirtschaft zu Beginn des kommenden Jahres fortsetzen.

dhe/HB BRÜSSEL/FRANKFURT. Die schwache Konjunkturentwicklung werde sich im Schlussquartal 2008 und den kommenden Quartalen fortsetzen, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europäischen Parlaments in Brüssel.

Dies betrifft auch die deutsche Wirtschaft, wie der Handelsblatt-Barclays-Indikator zeigt, den die britische Investmentbank monatlich für das Handelsblatt berechnet. Danach wird die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2009 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal sinken. Im laufenden vierten Quartal sackt das Barometer zunächst noch tiefer: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte danach um 0,8 Prozent zurückgehen.

„Es ist wahrscheinlich, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland mindestens vier Quartale hintereinander sinken wird“, erwartet der Europa-Chefvolkswirt von Barclays Capital, Julian Callow. Auch in den beiden zurückliegenden Quartalen war das Bruttoinlandsprodukt zurückgegangen.

Wegen der anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärken seien die wirtschaftlichen Aussichten derzeit so unsicher wie selten, sagte EZB-Präsident Trichet. Es sei deshalb notwendig, dass die Hilfspakete der Staaten rasch umgesetzt würden, um das Angebot an Krediten durch die Banken zu unterstützen.

Das Rätselraten um den weiteren Zins-Kurs der EZB geht indessen weiter. Die Währungshüter hatten am vergangenen Donnerstag ihren Leitzins auf 2,5 Prozent gesenkt; mit dem Abwärtsschritt um einen dreiviertel Prozentpunkt hatte die Notenbank Neuland in ihrer zehnjährigen Geschichte betreten. EZB-Präsident Trichet vermied es aber bei einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europäischen Parlaments konkret zur weiteren Geldpolitik in den kommenden Monaten Stellung zu nehmen. Die EZB sehe sich in dieser Lage auch als „Stabilitätsanker“, meinte er lapidar.

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