Konjunktur
Fast jedes zweite Unternehmen will Leute entlassen

Die Wirtschaftskrise hat die deutsche Industrie jetzt voll im Griff: Die schwächelnden Firmen erwarten einstark nachlassende Nachfrage nach Waren made in Germany, Produktionskürzungen und sinkende Gewinne. Die Konsequenz: Fast jedes zweite Unternehmen plant nun doch, nennenswert Leute zu entlassen.

HB BERLIN. Nach einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG rechnen rund 41 Prozent der Befragten binnen Jahresfrist mit einer schrumpfenden Produktion, nur jeder Vierte erwartet eine Ausweitung. Stehende Produktionsbänder und Kurzarbeit in der Automobilbranche sorgen auch für Pessimismus in anderen Industriesektoren, insbesondere bei den Herstellern von Kunststoffen und Chemikalien, hieß es in der Umfrage. Rund ein Viertel der Firmen erwartet trotz der Krise eine steigende Produktion und setzt dabei vor allem den Preisverfall bei Öl und anderen Rohstoffen. Wegen der Nachfrageflaute und der Entlastung auf der Kostenseite dürften aber auch die Verkaufspreise massiv sinken.

Einen kräftigen Dämpfer erhielten auch die Gewinn- und Beschäftigungsperspektiven: So planen rund 43 Prozent der Befragten aufgrund des erwarteten Auftragsrückgangs und der sinkenden Kapazitätsauslastung einen Abbau von Arbeitsplätzen, und nur 9 Prozent rechnen auf Jahressicht mit Neueinstellungen. Knapp die Hälfte der Firmen befürchtet rückläufige Gewinne, nur 13 Prozent erwarten hier ein Plus.

Die Industrie entpuppt sich nach Jahren als Wachstumsmotor mehr und mehr zum Sorgenkind der Wirtschaft. Wegen der schwächelnden Handelspartner nicht nur in USA und Europa ihr die Aufträge in Rekordtempo weg. Auch die erfolgsverwöhnten Exporteure spüren immer stärker die Rezession der Weltwirtschaft: Ende 2008 brachen die Ausfuhren ein, für dieses Jahr befürchtet die Branche erstmals seit 1993 kräftig sinkende Umsätze.

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