Konjunktur
Frankreichs Wirtschaft bleibt in der Krise

Von Aufschwung wird in Frankreich auch 2013 noch keine Rede sein. Davon geht zumindest die französische Statistikbehörde aus. Sie prognostiziert der Wirtschaft für die ersten beiden Quartalen nur minimales Wachstum.
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ParisDie Aussichten für die französische Wirtschaft bleiben auch im kommenden Jahr düster: Das Wirtschaftswachstum dürfte in den ersten beiden Quartalen 2013 jeweils nur 0,1 Prozent betragen, wie die französische Statistikbehörde Insee am Donnerstagabend mitteilte. Die Prognose für die ersten sechs Monate des kommenden Jahres lasse sich kurz zusammenfassen, sagte Insee-Konjunkturexperte Cédric Audenis: „Immer noch kein Aufschwung.“

Im letzten Quartal dieses Jahres dürfte die französische Wirtschaft laut Insee sogar um 0,2 Prozent schrumpfen. Für das gesamte Jahr 2012 senkten die Statistiker ihre Wachstumsprognose von 0,2 auf 0,1 Prozent. Die Regierung geht noch von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,3 Prozent aus.

Für das kommende Jahr hofft Paris auf ein Wachstum von 0,8 Prozent, das auch nötig ist, um das Staatsdefizit wie zugesagt auf drei Prozent des BIP zu drücken. Ein Ziel, das laut Insee aber nur schwer zu erreichen sein dürfte. Denn bei einem Wachstum von nur jeweils 0,1 Prozent in den ersten beiden Quartalen 2013 müsste die Wirtschaft in den beiden letzten Quartalen um jeweils ein Prozent wachsen, damit die Regierungsprognose wahr wird.

Frankreich

Staatsverschuldung

in Prozent des Bruttoinlandsprodukts


Die schlechte Wirtschaftslage wird in Frankreich auch zu einer weiteren Vernichtung von Arbeitsplätzen führen. Insee rechnet mit dem Verlust von 75.000 Jobs im ersten Halbjahr 2013. Die Arbeitslosigkeit, die laut der Statistikbehörde im dritten Quartal 2012 bei 9,9 Prozent lag, dürfte im zweiten Quartal 2013 auf 10,5 Prozent anwachsen.

Staatschef François Hollande bestätigte am Freitag im Sender Europe 1, die Arbeitslosigkeit werde bis zum Ende des kommenden Jahres stetig ansteigen. Dann solle die Wende am Arbeitsmarkt aber gelingen, wiederholte Hollande ein bereits mehrfach gemachtes Versprechen. 2013 werde ein „hartes“ Jahr für die Franzosen, dem Land werde es aber gelingen, die Krise hinter sich zu lassen.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Sagen wir es einmal so. Die Schuldenquote steigt von 64 auf 92% vom BIP, das ist ein Zuwachs von fast 50%. Die Wachstumsprognose ist viel zu optimistisch, weil sogar das deutsche Wachstum auf 0,4% zurück genommen wurde. Fazit: Frankreich wird 2013 zum Problemfall und Zypern, Portugal und Spanien sind eh pleite, vgl. www.fortunanetz. Ein Schuldenschnitt wird kommen.

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