Konjunktur
Geringe Teuerung erleichtert EZB Zinsentscheid

Trotz des ersten Anstiegs seit acht Monaten blieb die Teuerung im Euro-Raum auch im Februar gering. Experten rechnen für die kommenden Monate mit einer stark nachlassenden Teuerung. Die geringe Teuerung lässt der Europäischen Zentralbank (EZB) freie Hand für eine historische Zinssenkung.

HB BRÜSSEL. Die Verbraucherpreise kletterten um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Montag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Januar war die Inflationsrate noch auf 1,1 Prozent gefallen - den niedrigsten Stand seit fast einem Jahrzehnt. Im Juni und Juli 2008 hatte sie mit vier Prozent ein Rekordhoch erreicht, ehe sie wegen sinkender Energiepreise kontinuierlich nachließ.

Der Anstieg kommt überraschend: Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang auf 1,0 Prozent gerechnet. Gründe für das leichte Anziehen will Eurostat bei der Vorlage endgültiger Daten in zwei Wochen nennen. Auch in Deutschland war die Teuerungsrate unerwartet von 0,9 auf 1,0 Prozent gestiegen.

Experten rechnen für die kommenden Monate mit einer stark nachlassenden Teuerung. „Im Sommer werden die Preise sogar fallen“, sagte Ben May von Capital Economics. Grund sei der Preisrutsch bei Benzin, Diesel und Heizöl. Dadurch werden allein die deutschen Haushalte nach Berechnungen von Ökonomen um etwa 25 Mrd. Euro entlastet. „Das wirkt sich positiv auf die Kaufkraft aus“, sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil.

Die geringe Teuerung lässt der Europäischen Zentralbank (EZB) freie Hand für eine historische Zinssenkung. Die Währungshüter werden nach einhelliger Auffassung von Analysten am Donnerstag ihren Leitzins von derzeit 2,0 Prozent auf das Rekordtief von 1,5 Prozent senken. Die EZB sieht Preisstabilität - ihr oberstes Ziel - bei Inflationsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Mit billigem Geld will die Zentralbank Investitionen und Konsum stützen.

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