Konjunktur
Glos fürchtet Jobverluste durch Preisexplosion

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die Wirtschaft davor gewarnt, die hohen Energiekosten an die Kunden weiterzugeben.

BERLIN. "Die Hauptgefahr besteht darin, dass Preissteigerungen, die wir jetzt bei Einzelprodukten beklagen, in einen breit angelegten Inflationsprozess münden. Das wäre in der Tat die schlimmste Folge", sagte Glos dem Handelsblatt. Jede Erhöhung des allgemeinen Preisniveaus wirke in voller Breite "unsozial und mittelfristig beschäftigungsvernichtend", sagte er.

Umgekehrt sehen sich viele Unternehmen durch die Preisexplosion an den Energiemärkten in ihrer Existenz bedroht, ergab eine Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. 1,5 Prozent der Firmen gaben an, wegen der hohen Kostenbelastung bereits jetzt vor der Geschäftsschließung zu stehen.

Allein im Einzelhandel fürchten nach Hochrechnungen von Creditreform 15 000 Firmeninhaber, das Geschäft aufgeben zu müssen. Im Verkehrs- und Logistiksektor sowie im Baugewerbe sind es jeweils 5 600 Unternehmen. Fast jedes zweite der befragten Unternehmen will die gestiegenen Kosten an die Kundschaft weitergeben.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Glos könne die Bundesregierung wenig gegen die Preisexplosion auf den Energiemärkten ausrichten. "Preissteigerungen, die von außen, von den Weltrohstoffmärkten vorgegeben werden, lassen sich nicht auf nationaler Ebene ungeschehen machen", sagte er. Staatliche Hilfen gegen die Preisentwicklung lehnt Glos ab.

"Wer meint, man könne dagegen ansubventionieren, betreibt Augenwischerei auf Kosten der Steuerzahler - mit langfristigen Folgeschäden für Wachstum und Beschäftigung", sagte Glos. Vielmehr komme es jetzt darauf an, der Wirtschaft die unvermeidliche Anpassung so leicht wie möglich zu machen.

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