Konjunktur
Hiobsbotschaft auch für deutsche Produktion

Das Produzierende Gewerbe hat seine Produktion im September so stark gedrosselt wie seit Anfang 1995 nicht mehr. Nach vorläufigen Berechnungen des Wirtschaftsministeriums von Freitag ging der Ausstoß um 3,6 Prozent zurück.

HB BERLIN. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang um 2,0 Prozent gerechnet. Insbesondere die schwache Entwicklung in der Industrieproduktion, die um 3,8 Prozent sank, zog den gesamten Sektor nach unten. Derart stark hatten die Industrieunternehmen ihre Erzeugung seit der Wiedervereinigung nicht mehr gedrosselt. Das Ministerium sieht für die kommenden Monate weiter nur stark eingetrübte Perspektiven.

Das Bauhauptgewerbe verzeichnete nach einem kräftigen Plus im Vormonat nun ein Minus von 1,7 Prozent. In der Energiewirtschaft fiel der Rückgang mit 1,5 Prozent noch etwas geringer aus. Noch im Vormonat hatte das Produzierende Gewerbe seine Erzeugung überraschend um 3,2 Prozent gesteigert. Allerdings hatte es im August ungewöhnlich wenig Ferientage gegeben, was das Ergebnis überzeichnete. Im Zuge der Finanzkrise und der weltweiten Abschwächung der Nachfrage ziehen nun immer dunklere Wolken am Konjunkturhorizont der exportorientierten deutschen Wirtschaft auf.

Die Produktionszahlen sind bereits die zweite Hiobsbotschaft binnen zwei Tagen. Der deutschen Industrie brechen die Aufträge wegen der Finanzkrise in Rekordgeschwindigkeit weg, wie aus den jüngsten Daten hervorgeht. Im September sanken die Bestellungen so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Nachfrage aus dem Ausland ließ massiv nach.

Besonders die Hersteller von Vorleistungs- und Investitionsgütern spürten die Nachfrageflaute und drosselten entsprechend ihre Produktion um 4,6 beziehungsweise 3,5 Prozent. Die Konsumgüterhersteller schränkten ihren Ausstoß hingegen nur um 2,9 Prozent ein.

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