Konjunktur im Euro-Raum
Analysten: EZB besorgt über Preisdruck

Die Konjunktur im Euro-Raum kommt nach jüngsten Umfragedaten in Schwung, erhöht aber auch den Preisdruck. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird daraus nach Einschätzung von Analysten bald Konsequenzen ziehen.

HB BRÜSSEL. Die am heutigen Freitag veröffentlichten Umfragen der EU-Kommission zu Geschäftsklima und Verbraucherstimmung bestätigten die bereits guten Nachrichten aus Deutschland, Frankreich und Italien. Der Geschäftsklimaindex sprang im Juni überraschend auf 1,41 Punkte von 1,05 Zählern im Mai, während Analysten einen leichten Rückgang erwartet hatten.

Auch der Index für die Stimmung der Unternehmer und Verbraucher verbesserte sich unerwartet auf einen Wert von 107,2 nach 106,7 im Vormonat. Die Teuerungsrate verharrte nach einer ersten Schätzung von Eurostat im Juni unterdessen mit 2,5 Prozent deutlich über dem Stabilitätsziel der EZB von etwas unter zwei Prozent. Bedenklicher für die Zentralbank dürfte der erneute Anstieg der Inflationserwartungen von Verbrauchern und Firmen sein.

Die EU-Kommission erklärte, die Konjunktur könne derzeit besser laufen als bisher gedacht. Das Wachstum sei so stark wie noch nie in diesem Jahrzehnt. Im zweiten und dritten Quartal erwartet die Behörde einen Zuwachs von 0,5 bis 0,9 Prozent zum Vorquartal. Die Wirtschaft sei gut gerüstet gegen Querschüsse von Wechselkurs, Ölpreis oder Aktienmarkt.

Analysten hatten nach dem unerwartet starken Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex und anderer nationaler Barometer schon mit guten Daten gerechnet. „Das ist ein sehr gutes und sehr ermutigendes Zeichen“, sagte Markus Heider von der Deutschen Bank in London. Die Konjunktur habe im zweiten Quartal Fahrt aufgenommen, die auch im dritten noch anhalten werde. „Die Konjunkturaussichten sind weiter gut“, stimmte Matthias Klein von Credit Suisse zu.

Der Geschäftsklima-Index erreichte den höchsten Stand seit dem Jahr 2000, als das Wachstum vor der langen darauf folgenden Flaute über drei Prozent lag. Die EU-Kommission blieb aber bei ihrer Prognose von 2,1 Prozent für dieses Jahr. Im Juni hellte sich die Stimmung besonders in der Industrie und im Einzelhandel auf. Der Vertrauensindex verbesserte sich in den vergangenen zwölf Monaten um insgesamt mehr als elf Punkte auf gut 107 Zähler. Die Daten für die einzelnen Länder waren gemischt: Italien verzeichnete einen starken Anstieg, während die Zahlen für Deutschland und Frankreich leicht zurückgingen.

Seite 1:

Analysten: EZB besorgt über Preisdruck

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%