Konjunktur
IMK: Keine Trendwende für Wirtschaft in Sicht

Trotz der positiven Signale für die deutsche Wirtschaft sieht das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung noch kein Ende der tiefen Krise. Im Gegenteil: Auch für das kommende Jahr sagen die Forscher ein Minuswachstum voraus.

HB BERLIN. Die Wirtschaftsleistung dürfte auch im kommenden Jahr sinken, und zwar um 0,4 Prozent, teilten die gewerkschaftsnahen Düsseldorfer Forscher am Donnerstag mit. "Dank der staatlichen Stabilisierungspolitik werden wir 2010 zwar eine Beruhigung erleben", sagte Gustav Horn, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Dies bedeute aber "keine Wende zum Besseren". Möglicherweise drohe sogar eine längere Stagnation.

Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung sogar um 6,5 Prozent einbrechen. Damit ist das IMK pessimistischer als noch im Frühjahr: In der Gemeinschaftsprognose der Institute, an der sich die Düsseldorfer beteiligen, wurde noch ein Minus von sechs Prozent vorhergesagt. Wichtigster Grund für den Wirtschaftseinbruch ist der Kollaps des Welthandels: Bei den Exporten sagen die Forscher einen Rückgang um 17,8 Prozent vorher. Im kommenden Jahr wird die Weltwirtschaft demnach wieder leicht anziehen und Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Die steigende Arbeitslosigkeit dürfte den Konsum zunehmend belasten. Dank diverser Konjunkturspritzen wie der Abwrackprämie oder der Rentenerhöhung dürfte der private Verbrauch 2009 noch um 0,2 Prozent steigen. 2010, wenn die Arbeitslosigkeit im Schnitt auf 4,45 Millionen steige, sei aber ein Rückgang von 1,4 Prozent wahrscheinlich.

Die Forscher forderten angesichts der Wirtschaftskrise weitere Konjunkturspritzen des Staates. "Wenn wir nicht noch mehr tun, wird die deutsche Wirtschaft längere Zeit auf der Talsohle verharren und die Arbeitslosigkeit weiter drastisch steigen", sagte Horn. "Es besteht die Gefahr, dass wir Japans Weg der neunziger Jahre in eine langjährige Stagnation einschlagen."

Das IMK ist mit seiner Prognose pessimistischer als etwa das Essener RWI oder das Kieler Institut für Weltwirtschaft, die beide ein schwaches Wachstum im kommenden Jahr erwarten. Zuletzt hatte der Internationale Währungsfonds am Mittwoch seine Prognose für die weltweite Wirtschaftsentwicklung im kommenden Jahr angehoben. Der IWF erwartet nun ein Wachstum von 2,5 Prozent.

Die Wirtschaftskrise werde im nächsten Jahr hart auf den Arbeitsmarkt und den privaten Konsum in Deutschland durchschlagen. Bei der Zahl der Erwerbslosen sei 2010 im Jahresschnitt ein Anstieg auf 4,45 Millionen zu erwarten, teilte das gewerkschaftsnahe IMK mit. In diesem Jahr sei mit knapp 3,6 Millionen Arbeitslosen zu rechnen.

Die privaten Konsumausgaben würden derzeit etwa durch die Abwrackprämie stimuliert, so dass 2009 eine leichte Zunahme um 0,2 Prozent möglich sei. Im nächsten Jahr dürfte der Konsum aber um 1,4 Prozent sinken.

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