Konjunktur
Indien strebt neun Prozent Wachstum an

Nicht kleckern, sondern klotzen: Nach dem Einbruch im vergangenen Jahr will die Regierung des Schwellenlandes Indien das Wachstum der Wirtschaft wieder auf neun Prozent steigern.

HB NEU DELHI. Finanzminister Pranab Mukherjee sagte am Montag zur Vorstellung des Haushalts 2009/2010 im Parlament: "Die erste Herausforderung besteht darin, das jährliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts so früh wie möglich wieder auf neun Prozent zurückzubringen." Vorgesehen sind verstärkte Ausgaben, um das Wachstum anzukurbeln, die das Haushaltsdefizit auf 6,8 Prozent steigen lassen. Der indische Leitindex Sensex an der Börse in Mumbai (früher Bombay) reagierte mit Kursverlusten.

Mukherjee sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur IANS, die von der Kongress-Partei geführte Regierung wolle jährlich zwölf Mio. Arbeitsplätze schaffen und die Armut bis 2014 halbieren. Nach Schätzungen der Weltbank vom vergangenen Jahr leben 455 Mio. Inder unterhalb der Armutsgrenze. Damit haben mehr als 40 Prozent der Bevölkerung täglich weniger als 1,25 Dollar zur Verfügung. Der Minister betonte, die vor zwei Monate nach ihrem Wahlsieg angetretene Regierung werde ländliche Entwicklung fördern und die Infrastruktur ausbauen. Er kündigte Gesetze an, wonach verarmten Bürgern subventionierte Grundnahrungsmittel zur Verfügung gestellt würden.

Die weltweite Wirtschaftskrise hatte das Wachstum in Indien im Ende März abgelaufenen Finanzjahr 2008/2009 auf 6,7 Prozent gebremst. In den drei vorhergehenden Jahren hatte die indische Wirtschaft um je neun Prozent zugelegt. Mukherjee sagte am Montag, der Industriesektor beginne sich zu erholen. Ausländische Investoren kehrten nach Indien zurück. "Es ist möglich, dass die beiden schlimmsten Quartale seit dem finanziellen Zusammenbruch hinter uns liegen." Marktanalysten kritisierten das Budget als mangelhaft und populistisch. Der 30 Werte umfassende Sensex verlor 869,95 Punkte (5,83 Prozent) und lag bei Handelsschluss bei 14 043,43 Punkten.

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