Konjunktur
Industrie in Euro-Zone kommt in Schwung

Die Industrie in der Euro-Zone hat im August an Schwung gewonnen. Die Firmen steigerten ihre Produktion um 0,9 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Das ist bereits der vierte Anstieg in Folge, weil die Statistiker zugleich die Daten für Juli nach oben revidiert haben.
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HB BRüSSEL. „Dies signalisiert einen Aufschwung in der Industrie im dritten Quartal und unterstützt unsere Einschätzung, dass die Wirtschaftsleistung zugelegt hat“, sagte Fortis-Experte Nick Kounis. Allerdings war die Produktion immer noch um 15,4 Prozent schwächer als im Vorjahr.

Vor allem die Produktion von langlebigen Konsumgütern zog an, das Plus lag hier bei 5,3 Prozent. Das deutet auch nach dem Auslaufen der Abwrackprämien auf eine Belebung des privaten Verbrauchs hin. Hersteller von Nahrungsmitteln und anderen kurzlebigen Verbrauchsgütern stellten dagegen etwas weniger her als im Vormonat.

Investitionsgüterproduzenten steigerten ihren Ausstoß um 1,1 Prozent, bei Vorleistungsgütern und Energie lag das Plus immerhin noch bei 0,5 Prozent. „Alles in allem deuten die neuen Daten auf ein stärkeres Wachstum hin, als wir es bisher angenommen hatten“, sagte Unicredit-Experte Marco Valli. Die Wirtschaftsleistung könnte daher im dritten Quartal stärker steigen. Viele Analysten rechnen derzeit mit einem Zuwachs um 0,3 Prozent, aber manche halten inzwischen auch deutlich mehr für möglich.

Hoffnungsschimmer sehen die Analysten im Verhältnis von Aufträgen zum Lagerbestand: Übersteigen die Bestellungen die Vorräte, treibt das die Produktion nach oben. Dieses Barometer erhöht sich derzeit weiter, was auf weiter steigende Produktion hoffen lässt. Dennoch mahnen manche Experten vor allzu großem Optimismus: „Trotz des jüngsten Anstiegs ist die Produktion immer noch um mehr als 15 Prozent unter dem Niveau von August 2008“, sagte Clemente de Lucia. „Die massiven Überkapazitäten dürften die Investitionen dämpfen.“

Die Euro-Zone steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise ihrer Geschichte. Allerdings haben sich mit Frankreich und Deutschland die beiden größten Mitgliedsstaaten des Währungsraums bereits im Frühjahr aus der Rezession befreit.

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