Konjunktur: Industrie in Euro-Zone legt Endspurt hin

Konjunktur
Industrie in Euro-Zone legt Endspurt hin

Ende 2013 hat die Industrie in der Euro-Zone Boden gut gemacht: Der Einkaufsmanagerindex ist im Dezember erneut angestiegen. In Deutschland etwa sind die Geschäfte besser gelaufen – Frankreich ist weiter zurückgefallen.
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BerlinDie Industrie in der Euro-Zone hat zum Jahreswechsel einen Endspurt hingelegt. Der Sektor wuchs im Dezember so stark wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr, wie am Donnerstag aus einer Markit-Umfrage unter rund 3000 Firmen hervorging. „Die weiteren Zuwächse bei Auftragseingang, Produktion und Auftragsbeständen verheißen einen guten Jahresauftakt 2014", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Damit könne die Industrie Wachstumsimpulse für die Konjunktur liefern. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 1,1 auf 52,7 Punkte und blieb damit über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Kritisch bleibe die Lage in Frankreich. Während die Geschäfte in Deutschland, Italien und Spanien dank Exportaufträgen spürbar besser liefen, „gerät Frankreich immer tiefer in die Abwärtsspirale", fügte Williamson hinzu. Ob Frankreichs Industrie wieder zu den anderen Ländern aufschließen könne, werde vor allem davon abhängen, ob der Sektor in puncto Wettbewerbsfähigkeit zulegen könne.

Ganz anders läuft es in Deutschland, wo die Industrie im Dezember aufdrehte. Die Betriebe verbuchten steigende Aufträge, produzierten mehr und schafften unterm Strich erstmals seit März wieder neue Jobs. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 1,6 auf 54,3 Punkte. In Frankreich hingegen sackte das Barometer deutlich auf 47 Punkte - ein Sieben-Monats-Tief. Während der dortigen Wirtschaft der Rückfall in die Rezession droht, setzt Deutschland 2014 auf ein spürbares Anziehen der Konjunktur.

Optimisten wie KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner erwarten ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent: „Deutschland ist bereit für den Aufschwung." Mittelständler, Großhändler und Familienunternehmer blicken zuversichtlich auf das neue Jahr.

Trotz des eher mageren Wachstums von rund 0,5 Prozent schaffte die Wirtschaft auch 2013 wieder einen Beschäftigungsrekord – und zwar das siebte Jahr in Folge. Rund 41,8 Millionen Männer und Frauen waren durchschnittlich in Lohn und Brot – so viele wie nie zuvor. Allerdings verlangsamte sich der Jobaufbau. Es entstanden zwar 232.000 neue Arbeitsplätze, in den beiden Jahren davor waren es etwa doppelt so viele.

Ein positives Signal für die Zukunft der Industrie in Euroland ist laut Markit die Tatsache, dass die Firmen höhere Kosten wieder besser an ihre Kunden weiterreichen können. Denn im Schnitt erhöhten die Betriebe ihre Preise zum vierten Mal in Folge und sogar so kräftig wie seit 21 Monaten nicht mehr.

Der Rückenwind aus China für die Euro-Zone lässt derzeit etwas nach. Denn das Wachstum der Industrie im Reich der Mitte verlor zum Jahresende leicht an Fahrt. Dies signalisierten jüngste Umfragedaten vom Markit/HSBC-Einkaufsmanagerindex für Dezember und Zahlen vom Nationalen Statistikamt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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