Konjunktur
Inflation rutscht dank fallender Ölpreise ab

Der Preisrutsch an den Zapfsäulen hat die Inflationsrate in Deutschland deutlich sinken lassen. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes auf Basis mehrerer Länderdaten lag die Teuerungsrate im November auf Jahressicht bei 1,4 Prozent. Damit ist die Preissteigerungsrate auf ein Zwei-Jahres-Tief abgerutscht.

Der Preisrutsch an den Zapfsäulen hat die Inflationsrate in Deutschland deutlich sinken lassen. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes auf Basis mehrerer Länderdaten lag die Teuerungsrate im November auf Jahressicht bei 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat sank das Preisniveau sogar um 0,5 Prozent. "Wir hatten noch nie einen so tiefen Fall in einem November", sagte Statistiker Thomas Krämer zu der Entwicklung innerhalb eines Monats.

Damit hat sich die Teuerungsrate seit dem 15-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent im Sommer mehr als halbiert. Erstmals seit Juni 2007 blieb sie wieder unter der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht.

Angesichts der schwachen Konjunktur und in Folge der weiter sinkenden Rohstoffpreisen erwarten Experten für die kommenden Monate einen weiteren Rückgang der Inflation. So sei im nächsten Jahr mit Raten von "deutlich unter einem Prozent" in einzelnen Monaten zu rechnen, sagte Commerzbank-Volkswirt Simon Junker.

Damit ist der Weg für weitere Zinssenkungen in Europa frei. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bekräftigte seine Bereitschaft für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Er habe bereits erklärt, dass der Leitzins für die Euro-Zone von derzeit 3,25 Prozent weiter herunter genommen werden könne, falls der Teuerungsdruck nachlasse, sagte Trichet in Kairo. Zuvor hatte Bundesbank-Chef Axel Weber im Handelsblatt-Interview weitere Zinssenkungen der Notenbank angekündigt.

Infolge sinkender Teuerungsraten und schwacher Wirtschaftsentwicklung sieht das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) den Leitzins in Europa Ende 2009 bei rund einem Prozent. Die massiven Zinssenkungen dürften dann auch wieder einen neuen Aufschwung in Gang setzen, sagte IfW-Ökonom Carsten-Patrick Meier. Gegenwärtig liegt der Zinssatz bei 3,25 Prozent. Niedrige Zinsen würden nicht nur Wirtschaft und Verbraucher entlasten, sie würden auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und seinen Länderkollegen entgegen kommen, die wegen der schwachen Konjunktur mehr Kredite als zunächst geplant aufnehmen müssen.

Die gesunkenen Preise heben die Laune der Konsumenten und stützen den privaten Verbrauch. Da Exporte und Investitionen in den kommenden Quartalen als Konjunkturstütze wohl weitgehend ausfallen werden, hoffen viele Volkswirte, dass die Konsumenten die deutsche Wirtschaft vor dem Totalabsturz bewahren.

Entlastet wurden die privaten Haushalte vor allem durch billige Kraftstoffe. Benzin und Diesel kosteten in den sechs ausgewerteten Bundesländern acht bis zehn Prozent weniger als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahr fielen die Kraftstoffpreise sogar um 11,8 bis 14,5 Prozent. Fast ähnlich stark war der Preisverfall bei Heizöl, das nun vielfach billiger als vor einem Jahr ist. Ausgelöst wurde der Preisrutsch durch günstigeres Rohöl. Ein Fass kostet auf dem Weltmarkt derzeit mit rund 50 Dollar nur rund ein Drittel so viel, wie im Juli.

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