Konjunktur: IWF gibt neue Garantie für Ungarn ab

Konjunktur
IWF gibt neue Garantie für Ungarn ab

Neue Sorgen um den Zustand der ungarischen Volkswirtschaft haben am Dienstag den Besuch von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Budapest überschattet. Die ungarische Landeswährung Forint fiel am Morgen mit 285 Forint für einen Euro auf ein neues Zweieinhalb-Monatstief und erreichte damit fast den Allzeit-Tiefststand vom Herbst vergangenen Jahres.

zel WIEN. Als Strauss-Kahn, Direktor des Internationalen Währungsfonds, gestern in der ungarischen Hauptstadt ankündigte, dass die Finanzhilfe für das wirtschaftliche angeschlagene Land noch einmal ausgeweitet werden könnte, beruhigte sich die Lage wieder, und der Forint holte sich einen Teil seiner Verluste zurück.

IWF und EU hatten Ungarn im vergangenen Herbst eine Finanzhilfe über 20 Mrd. Euro zugesichert. Im Oktober hatten internationale Anleger das Vertrauen in das kleine Land mit zehn Millionen Einwohnern fast völlig verloren, der Handel mit ungarischen Staatsanleihen brach zusammen, und der Forint verlor gegenüber den meisten Währungen massiv an Wert. Auslöser war die hohe Auslandsverschuldung des Landes. Vor dem Besuch von Strauss-Kahn in Budapest kursierten in den vergangenen Tagen Gerüchte, Ungarn könnte den vom IWF vorgegeben Sparkurs nicht einhalten.

Ungarns Finanzminister Janos Veres versuchte gestern ebenfalls, den neuerlichen Verfall des Forint zu stoppen. Er gab beim Besuch von Strauss-Kahn die Zusicherung, dass das Land wie geplant in diesem Jahr die Staatsverschuldung auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zurückfahren werde (2008: 3,3 Prozent).

In Ungarn hat sich der Konjunkturabschwung in den vergangenen Wochen beschleunigt. Während die meisten anderen Länder in Osteuropa in diesem Jahr zumindest noch mit kleinen Wachstumsraten rechnen können, ist eine Rezession für die ungarische Volkswirtschaft unvermeidlich. Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat die Lage noch einmal verschärft. „Ungarn leidet besonders darunter, weil das Land wegen des Gasmangels jetzt seine Industrieproduktion herunterfahren muss“, sagte Rainer Singer, Osteuropa-Experte der Ersten Bank in Wien.

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