Konjunktur
IWF: Weltwirtschaft erholt sich schneller

Gute Nachricht für die krisengeschüttelte Weltwirtschaft: Die globale Konjunktur wird sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) schneller von der schweren Rezession erholen als bislang gedacht.

HB WASHINGTON/BODRUM. Der Fonds werde seine globale Wachstumsprognose für das kommende Jahr in den nächsten Wochen voraussichtlich nach oben korrigieren, sagte IWF-Vizedirektor John Lipsky am Freitag im türkischen Bodrum. Bislang erwartet der IWF für 2010 ein weltweites Wachstum von 1,9 Prozent. Um wie viel die Prognose angehoben werden soll, sagte Lipsky nicht.

„Die Bedingungen auf den Finanzmärkten haben sich verbessert, das Vertrauen erholt sich schrittweise und die Indikatoren für künftige Produktion und Nachfrage haben sich gefestigt“, sagte Lipsky. Deshalb werde der IWF seine Einschätzung anheben. Allerdings bleibe der Zeitrahmen und das Tempo der Erholung noch ungewiss, mahnte der IWF-Vizechef zur Vorsicht. Nach historischen Maßstäben werde die wirtschaftliche Gesundung nur schleppend verlaufen.

Die Konjunktur komme im Laufe des nächsten Jahres nur schrittweise wieder in Gang, da ihr weiterhin Schuldenabbau, geringes Kreditwachstum, schwache Haushaltseinkommen und schrumpfende Privatvermögen zu schaffen machten. Die Arbeitslosigkeit steige zunächst weiter, und auch sei die Lage an den Finanzmärkten trotz jüngster Verbesserungen noch weit von der Normalität entfernt. Für dieses Jahr prognostiziert der Fonds ein Schrumpfen der Weltwirtschaft um 1,3 Prozent – die mit weitem Abstand schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

Lipsky rief angesichts massiver, im Kampf gegen die Krise aufgehäufte Staatsschulden dazu auf, Haushaltsdefizite wieder zu verringern. 2010 dürften große Etatlöcher weiter nicht zu vermeiden sein, sagte Lipsky. „Danach sollte stärker selbsttragendes Wirtschaftswachstum die Basis liefern für ein bedachtes Zurückfahren von Konjunkturprogrammen“, sagte der IWF-Vize.

Der Währungsfonds hatte erst vor wenigen Tagen seine Wachstumsprognose für die USA angehoben. Im Jahresschnitt 2010 sei für die größte Volkswirtschaft der Welt mit einem Wachstum von 0,75 Prozent zu rechnen - noch im April hatte der IWF von einem „Null-Wachstum“ in den USA gesprochen.

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