Konjunktur
Japan drückt eigene Prognose ins Minus

Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise hat die japanische Regierung am Montag ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich gesenkt. Dem Ansehen von Ministerpräsident Aso schadet das nicht. Im Gegenteil: Mit seiner Politik in der Wirtschaftskrise gewinnt er zunehmend Unterstützung bei den Wählern.

HB TOKIO. Die Regierung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft geht nun davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Fiskaljahr (bis März 2010) um 3,3 Prozent einbrechen wird. Bislang war sie von einem Nullwachstum ausgegangen. Auch die Aussichten für die Industrieproduktion und den Export korrigierte die Regierung deutlich nach unten. Zugleich billigte das Kabinett das Konjunkturpaket über rund 121 Mrd. Euro (15,4 Billionen Yen), mit dem die Wirtschaft angekurbelt werden soll.

Japans spürt als Exportnation wie Deutschland die weltweite Nachfrageflaute nach Industriegütern wie Autos stärker als andere Staaten. Die Regierung in Tokio geht davon aus, dass die Industrieproduktion 23,4 Prozent einbricht. Bisher lag die Prognose nur bei minus 4,8 Prozent. Bei den Exporten sei mit einem Einbruch um 27,6 (bisher 3,2) Prozent zu rechnen. Ihr Konjunkturprogramm will die Regierung vor allem über die Ausgaben neuer Anleihen finanzieren. Im laufenden Fiskaljahr sollen zusätzliche Papiere im Volumen von rund 133 Mrd. Euro (16,9 Billionen Yen) begeben werden.

Mit seiner Politik in der Wirtschaftskrise gewinnt der japanische Ministerpräsident Taro Aso indessen zunehmend Unterstützung bei den Wählern. In einer am Montag veröffentlichten Erhebung der Zeitung „Nikkei“ zeigten sich 32 Prozent der Befragten mit Asos Regierung zufrieden, das sind sieben Prozentpunkte mehr als in einer ähnlichen Umfrage einen Monat zuvor.

Asos Zustimmungswerte waren nach seinem Amtsantritt im September abgestürzt, in den verganenen zwei Monaten konnte er aber allmählich wieder Boden gut machen. Mit dazu beigetragen hat offenbar auch ein Skandal um Oppositionsführer Ichiro Ozawa. Aso stellte Anfang April ein Konjunkturpaket von 15 Billionen Yen (117 Mrd. Euro) vor.

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