Konjunktur
Japan fürchtet sich vor Deflation

Im rezessionsgeplagten Japan wächst die Sorge vor einer Deflation. Die Verbraucherpreise sanken im Februar um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Regierung mitteilte. Trotz der sinkenden Preise gaben die Konsumenten deutlich weniger Geld.

HB TOKIO. Analysten hatten lediglich ein Minus von vier Prozent erwartet. Mit der schwachen Binnennachfrage verschärft sich die Rezession in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Zuvor waren bereits die Exporte - die wichtigste Konjunkturstütze - um die Hälfte eingebrochen.

Die Notenbank befürchtet die Rückkehr der Deflation, also einen Preisverfall auf breiter Front mit verheerenden Folgen für die Unternehmensgewinne. In den kommenden zwei Jahren müsse mit schrumpfenden Preisen gerechnet werden. Analysten sehen das ähnlich. "Japan steht vor einer Deflation", sagte Akira Maekawa von UBS Securities. "Die Firmen stellen immer noch mehr her als die Verbraucher kaufen wollen."

Die Regierung will mit dem größten Konjunkturprogramm der japanischen Geschichte ein tieferes Abgleiten in die Rezession zu verhindern. Im Parlament wird noch für Freitag die Zustimmung für ein rund 640 Mrd. Euro schweres Maßnahmepaket erwartet.

Die japanische Wirtschaftsleistung war im Schlussquartal 2008 um 3,1 Prozent eingebrochen und damit so stark wie seit der Ölkrise 1974 nicht mehr. Für das zu Ende gehende erste Quartal wird ein weiterer Rückgang um 2,5 Prozent erwartet. Das wäre bereits das vierte Quartalsminus in Folge.

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