Konjunktur Japan
Tankan-Bericht zeigt überraschende Stimmungsverbesserung

Die Wirtschaftsstimmung in den japanischen Unternehmen hat sich in den drei Monaten Juli bis September überraschend verbessert.

HB TOKIO. Gründe dafür waren der schwächere Yen sowie positive Erwartungen hinsichtlich der Investitionen und der Unternehmensgewinne, wie es in dem von der Bank of Japan (BoJ) am Montag veröffentlichten Tankan-Bericht heißt. Der Index für Großunternehmen der Industrie verbesserte sich auf 24 von 21 im vorigen Tankan- Bericht. Damit wurde für die Wirtschaftsstimmung der höchste Wert seit September 2004 registriert. Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 20 gerechnet.

Für Großunternehmen des Dienstleistungsbereichs wurde ein unveränderter Index von 20 ausgewiesen, was den Prognosen von Volkswirten entsprach. Für die nächsten Monate zeigten sich die Unternehmen allerdings skeptisch: Beim Report im Dezember erwarten die Firmen einen Index-Rückgang auf 21. Für den Tankan- Bericht (Abkürzung für „Untersuchung zur kurzfristigen Konjunktureinschätzung der Unternehmen“) wurden 9 863 Betriebe befragt. Der Diffusionsindex zur Wirtschaftsstimmung misst die Differenz zwischen den Unternehmen, die angeben, dass ihre Geschäftslage besser ist und jenen Betrieben, die ihre Lage schlechter einschätzen.

Angesichts der skeptischen Zukunftserwartungen der Unternehmen äußerten viele Beobachter Zweifel darüber, ob die BoJ in diesem Jahr weitere Zinserhöhungen vornehmen wird. „Die gegenwärtige Lage ist gut, aber es viele Signale, dass die Wirtschaft sich in der zweiten Hälfte dieses Fiskaljahres abschwächen wird“, sagte Hiromichi Shirakawa, Japan-Chefökonom bei Credit Suisse. Das Fiskaljahr endet am 31. März 2007. Dem Tankan-Bericht zufolge sind viele Betriebe besorgt über einen Konjunkturabschwung in den USA, was sich negativ auf ihre Gewinne auswirken würde.

Die BoJ hatte im Juli ihre Nullzinspolitik beendet und die erste Zinserhöhung seit nahezu sechs Jahren vorgenommen. Obwohl die Betriebe ihre Investitionspläne für dieses Fiskaljahr leicht nach unten revidiert haben, blieben sie auf einem historisch hohen Niveau. Die Großunternehmen rechnen mit einer Steigerung ihrer Investitionen um 11 Prozent, was nahezu dem Niveau während der “Bubble-Economy“ in den späten 1980er bis frühen 1990er Jahren entspricht.

Zudem erwarten die Großbetriebe in diesem Fiskaljahr bei den Vorsteuergewinnen im Durchschnitt einen Zuwachs um 1,4%; beim vorigen Tankan- Bericht war noch ein Rückgang um 0,3 Prozent vorhergesagt worden. Zu diesem optimistischen Ausblick trug nicht zuletzt die Erwartung eines schwächeren Yen bei: Die Großunternehmen rechnen in diesem Fiskaljahr mit einem Dollar- Wechselkurs von 111,64 Yen. Nach einer Studie der Regierung sind die japanischen Exportunternehmen bereits bei einem Niveau von 104,50 Yen profitabel.

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