Konjunktur
Japans Konjunkturmotor stottert

Japans Wirtschaft ist im zweiten Quartal weniger stark gewachsen als erwartet. Dafür hat sich das Verbrauchervertrauen den achten Monat in Folge aufgehellt. Ökonomen sind aber davon überzeugt, dass die dritte führende Wirtschaftsnation noch weit von einer sich selbsttragenden Erholung entfernt ist.
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HB TOKIO. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den drei Monaten bis Juni betrug nach der am Freitag veröffentlichten zweiten Schätzung 0,6 Prozent. Die erste Schätzung hatte einen Wert von 0,9 Prozent ergeben. Von Reuters befragte Analysten waren davon ausgegangen, dass dies bestätigt werden würde. Damit liegt das BIP auf das Jahr hochgerechnet bei 2,3 Prozent statt bei 3,7 Prozent.

Zu verdanken hat das Japan anziehenden Exporten sowie massiven staatlichen Konjunkturspritzen, die höhere Konsumausgaben bewirkten. Nach Deutschland und Frankreich ist Japan die dritte führende Wirtschaftsnation, die wieder Wachstum verzeichnet. Dennoch ist das Land nach dem schärfsten Konjunktureinbruch der Nachkriegszeit aus Expertensicht noch weit von einer sich selbsttragenden Erholung entfernt.



Japans Verbrauchervertrauen hellte sich indessen den achten Monat in Folge auf. Der entsprechende Indikator sei im August von 39,4 Punkten im Vormonat auf 40,1 Punkte gestiegen, teilte die japanische Regierung am Freitag in Tokio mit. Im Dezember war die Kennzahl noch auf ein Rekordtief von 26,2 Punkten gefallen. Trotz der jüngsten Aufhellung liegt der Indikator aber nach wie vor deutlich unter dem Schwellenwert von 50 Punkten.

Gefragt werden Verbraucher nach ihrer Beurteilung der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen, der Einkommensentwicklung, der Beschäftigungsbedingungen und nach der Bereitschaft zum Kauf langlebiger Güter. Die Befragung erfolgt auf Sicht von drei Monaten. Erst ein Wert von mehr als 50 Punkten signalisiert, dass die Verbraucher die Konsumaussichten eher optimistisch einschätzen.

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