Konjunktur
Jobabbau in den USA verlangsamt sich

Auch wenn die Wirtschaft in den USA langsam wieder Fuß fasst, kann auf dem Arbeitsmarkt von Erholung noch nicht die Rede sein. Die Arbeitslosenzahlen stiegen im August auf den höchsten Stand seit 26 Jahren. Eine gute Nachricht gibt es aber dann doch.
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HB WASHINGTON. Der Jobabbau in den USA hat sich im August verlangsamt. Insgesamt fielen 216 000 Stellen weg, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Das waren so wenige wie seit einem Jahr nicht mehr. Analysten hatten für August den Abbau von 225 000 Stellen erwartet.

Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,7 Prozent von 9,4 Prozent im Vormonat, höher als von Experten erwartet. Dies könnte ein Anzeichen dafür sein, dass sich auch einige Menschen wieder als arbeitssuchend gemeldet haben, die zuvor schon angesichts der tiefen Rezession und der Misere am Arbeitsmarkt resigniert hatten.

Experten bezeichneten den Arbeitsmarkt als Unsicherheitsfaktor für die Konsumnachfrage. Mit einer Trendwende sei vor Jahresende nicht zu rechnen, sagte Ralf Umlauf von der Helaba. Solange der Arbeitsplatzabbau anhalte, bleibe der Arbeitsmarkt ein Bremsklotz für die Konjunktur, sagte Joseph Trevisani von FX Solutions.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen. Seit Ausbruch der Rezession in den USA Ende 2007 sind der Krise bereits 6,9 Mio. Arbeitsplätze zum Opfer gefallen.

Die Stundenlöhne sind im August stärker als erwartet gestiegen. Sie seien durchschnittlich um 0,3 Prozent auf 18,65 US-Dollar je Stunde gestiegen. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit verharrte auf 33,1 Stunden.

Das Bild einer konjunkturellen Erholung in den USA wird nach Einschätzung der Helaba per saldo durch die Arbeitsmarktdaten nicht in Frage gestellt. "Der Arbeitsmarkt ist insgesamt als neutral zu werten", heißt es in einer Kurzstudie. Dennoch bleibe der Arbeitsmarkt bisweilen ein Unsicherheitsfaktor für die Konsumnachfrage. Das Bankhaus rechnet nicht mit einer Trendwende am Arbeitsmarkt vor Ende dieses Jahres. Ein baldiger geldpolitischer Startegiewechsel der Fed sei daher "nicht wahrscheinlich".

Der Beschäftigungsabbau in den USA dürfte nach Einschätzung der Commerzbank Anfang 2010 beendet sein. „Die Arbeitsmarktentwicklung wird die Konjunkturerholung nicht verhindern, da die Arbeitslosigkeit am Ende einer Rezession immer am höchsten ist“, sagte Bernd Weidensteiner, USA-Experte bei der Commerzbank am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Arbeitsmarktbericht für August sei eher neutral ausgefallen. Zwar sei die Beschäftigtenzahl weniger stark gesunken als befürchtet, die Quote sie jedoch merklich gestiegen.

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