Konjunktur
Lage für Chinas Exportwirtschaft bleibt düster

Auch wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) gute Anzeichen für eine Erholung der chinesischen Wirtschaft sieht, ist der Weg hin zu einer nachhaltigen Besserung noch lang. Denn: Unter dem Eindruck der globalen Rezession leiden die chinesischen Exporte weiter und gehen den sechsten Monat in Folge zurück.

HB PEKING. Die Nachfrage nach Produkten Made in China ist wegen der weltweiten Rezession im April kräftig eingebrochen. Verglichen mit dem Vorjahr setzten chinesische Unternehmen 22,6 Prozent weniger im Ausland ab, wie aus Regierungsdaten vom Dienstag hervorging. Um saisonale Effekte bereinigt legten die Exporte auf Monatssicht zwar zu. Experten zeigten sich aber dennoch enttäuscht von den Daten. „Die Zukunft der Weltwirtschaft bleibt ungewiss, und es ist schwierig, die chinesischen Exportaussichten optimistisch zu sehen“, sagte Qu Jingmei vom staatlichen Informationszentrum.

Zugleich kauften chinesische Firmen deutlich weniger im Ausland ein, die Importe sanken um 23 Prozent im Jahresvergleich. Der Handelsüberschuss schrumpfte auf 13,14 Mrd. Dollar zusammen, nach 18,56 Mrd. im März. „Die Exporte dürften in der nächsten Zeit weiter zurückgehen, weil Konjunkturindikatoren in den USA und in Europa wie die Industrieproduktion oder die Einzelhandelsumsätze, nicht nach oben zeigen“, sagte Wang Xiaohui von Sinolink Securities. Zuletzt hatte sich der Rückgang aber abgeschwächt. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hält sogar den Wendepunkt bei einigen wichtigen Volkswirtschaften erreicht.

Auch der der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte vor wenigen Tagen erst von guten Anzeichen für eine Erholung der chinesischen Wirtschaft gesprochen. Die jüngsten Indikatoren zu Investitionen und zur Kreditvergabe der Banken seien sehr ermutigend und signalisierten eine unerwartet zügige Trendwende, hatte der IWF erklärt. Genährt wird die Hoffnung von Chinas Industrie: Der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe kletterte im April erneut und liegt nur noch knapp unter der Wachstumsschwelle. Allerdings sind viele Daten dem IWF zufolge durch die Ferienzeit verzerrt, weshalb noch kein abschließendes Urteil möglich sei.

Inzwischen wird das Wachstum in China vor allem von mehr Investitionen im Inland getrieben, insbesondere dank des umgerechnet 585 Mrd. Dollar schweren Konjunkturpakets der Regierung in Peking. In den ersten vier Monaten des Jahres legten die Investitionen etwa in Häfen, Transportmittel oder Fabrikgebäude in wichtigen Großräumen um 30,5 Prozent zu. „Das Wachstumsmoment bei den Investitionen ist wirklich erstaunlich“, sagte Dong Xian'an, Chefvolkswirt von Southwest Securities.

Das Wachstum in China ist im ersten Quartal auf 6,1 Prozent zurückgegangen und war damit so niedrig wie seit mindestens 17 Jahren nicht mehr. 2008 war die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt noch um neun Prozent gewachsen.

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