Konjunktur
Made in Germany bald wieder gefragt

Die deutsche Wirtschaft wird sich von dem Exporteinbruch im Winter erholen - wenn auch nur sehr langsam. Dies geht aus zwei Konjunkturprognosen des RWI und des Ifo-Instituts hervor. Vor allem das RWI geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft nach einem von den Essener Ökonomen für dieses Jahr prognostizierten Rekordeinbruch von 6,4 Prozent 2010 wieder etwas wachsen wird.

DÜSSELDORF. Die Ifo-Forscher erwarten hingegen auch im kommenden Jahr einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent.

Die deutsche Exportwirtschaft hat unter dem Zusammenbruch des Welthandels im Winter besonders gelitten. Vor allem Investitionsgüter und Autos, die Schwerpunkte deutscher Ausfuhren, waren weltweit weniger gefragt. So exportierte die Bundesrepublik von Januar bis März 21,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die wichtigsten Abnehmer deutscher Waren sind die anderen Staaten der Europäischen Union - und auch die leiden unter der Weltrezession.

Doch das RWI erwartet, dass der Abschwung im Außenhandel "nun allmählich auslaufen" dürfte. "Der Absturz der Exporte endet im Sommer", prognostiziert auch Ifo. Gleichwohl erwarten die Institute für das Gesamtjahr eine Rückgang der Ausfuhren um 17 bzw. 18 Prozent.

Am Montag hatte bereits der Ifo-Index auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft in einem halben Jahr hingedeutet. Nun bestätigten auch die Einkaufsmanager-Indizes diesen Trend. "Obwohl der Composite-Flash im Juni erstmals seit drei Monaten wieder leicht nachgab, hat sich die Lage der deutschen Wirtschaft im Vergleich zum Jahresbeginn doch merklich aufgehellt", sagte Tim Moore, Deutschland-Analyst bei Markit Economics, einem britischen Spezialanbieter von Konjunkturumfragen und-Indikatoren.

Der von Markit berechnete Composite-Index, der die Einschätzung der Einkaufsmanager von Dienstleistern und Industrie zusammenfasst, sank leicht auf 43,4 Punkte. Damit blieb er deutlich unter der Marke von 50 Zählern, ab der er Wachstum signalisiert. Der Teilindex für die Industrie stieg aber auf 40,5 Punkte nach 39,6 Zählern im Mai und erreichte damit den höchsten Wert seit Oktober 2008. Experten hatten jedoch mit einem stärkeren Anstieg auf 41 Punkte gerechnet. Bei den Dienstleistern ging das Barometer auf 44,3 von 45,2 Punkten zurück, Analysten hatten mit 46 Punkten gerechnet.

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