Konjunktur
Ökonomen erwarten lange Durststrecke

Der desaströse Konjunktureinbruch zum Jahreswechsel wird in diesem Jahr schwer auf der deutschen Wirtschaft lasten. Führende Ökonomen planen, ihre ohnehin pessimistischen Prognosen nochmals nach unten zu korrigieren.

HB FRANKFURT."Die Ausgangsbasis für dieses Jahr ist noch weit schlechter als bislang vermutet", sagte der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, dem Handelsblatt. Bislang hatte das IfW erwartet, dass die Wirtschaftsleistung 2009 um 2,7 Prozent schrumpfen dürfte. "Vor dem Hintergrund der schlechten Zahlen spricht einiges für eine Abwärtsrevision", sagte er. Auch der Konjunkturchef des Münchener Ifo-Instituts, Kai Carstensen, hält seine Prognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von minus 2,2 Prozent nun für "zu optimistisch".

Die deutsche Wirtschaft war im vierten Quartal um 2,1 Prozent geschrumpft. Das war der größte Rückgang gegenüber einem Vorquartal im wiedervereinigten Deutschland. Selbst wenn die Wirtschaft in allen vier Quartalen 2009 stagnierte, schrumpfte das BIP im Gesamtjahr um zwei Prozent. Das IfW rechnet jedoch damit, dass allein im ersten Vierteljahr der Rückgang noch höher als bislang von ihm erwartet (minus 1,2 Prozent gegenüber dem vierten Quartal) ausfallen dürfte.

Mit einem Abflauen der Wirtschaftskrise rechnet der Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in der zweiten Jahreshälfte. Er sagte der "Bild": "Wir stecken mitten in einer sehr harten Krise. Aber wir haben ein sehr gutes Konjunkturpaket geschnürt. Nicht zuletzt deshalb erwarten wir, dass es spätestens ab Herbst wieder aufwärtsgeht."

Bert Rürup, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen, hält dagegen ein drittes Konjunkturpaket für denkbar. "Man sollte nicht kategorisch ausschließen, noch einmal mit einem weiteren Paket nachlegen zu müssen", sagte er dem Handelsblatt. Noch sei es für konkrete Pläne aber zu früh.

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